Die russische Luftwaffe hat praktisch alle Ölschmuggel-Routen aus Syrien in die Türkei abgeriegelt, wie der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad, mitteilte.

 

„Ich kann hiermit erklären, dass die russischen Luft- und Raumfahrtkräfte den Schmuggel von syrischem Öl in die Türkei praktisch vollständig unterbunden und sämtliche Öllager der Terroristen vernichtet haben.“

 

Allerdings verfüge der IS noch immer über mehrere Ölbohrungen in Syrien, um das Öl illegal zu fördern und dann zu verkaufen, darunter auch an die Türkei, so der Diplomat.

 

Wie der russische Generalstabschef Sergej Rudskoj am Freitag sagte, hat die russische Luftwaffe seit dem 20. Mai ihre Angriffe auf Anlagen zur illegalen Ölförderung sowie Mittel für den Ölschmuggel aus Syrien in die Türkei intensiviert.

 

Zuvor hatte Russlands Verteidigungsministerium der Türkei vorgeworfen, Extremisten mit Waffen versorgt und Terroristen von türkischem Staatsgebiet aus nach Syrien verlegt zu haben. Auch Griechenland, Russland und Israel beschuldigten Ankara, Öl bei der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) illegal gekauft zu haben.

 

Der türkische Präsident Erdogan hatte seinerseits einst erklärt, dass er als Präsident der Türkei zurücktreten würde, wenn unbestreitbare Beweise präsentiert würden, dass er oder seine Familie in illegale Ölgeschäfte der Terroristen verwickelt seien.

 

Wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, gibt es „viele Tatsachen“, die das von Ankara geschaffene umfassende Netz zur IS-Unterstützung beweisen. Laut Lawrow muss Ankara nun im UN-Sicherheitsrat seine Nichtbeteiligung an der Unterstützung der Terroristen in Syrien beweisen.

 

Am 15. März begann auf Befehl des russischen Präsidenten und Oberbefehlshabers Wladimir Putins der Abzug des größten Teils der russischen Luftwaffe aus Syrien. Die Militärbasis Hmeimim und der Marine-Versorgungsstützpunkt in Tartus werden weiterhin genutzt.

 

Eine einheitliche Front gegen den IS gibt es bislang nicht. Gegen die Gruppierung kämpfen die Regierungstruppen Syriens und des Iraks, die US-geführte Koalition, die Kurden sowie libanesische und irakische Schiiten-Milizen. Seit Ende September 2015 fliegt auch die russische Luftwaffe Raketen- und Bombenangriffe gegen die Terrormiliz in Syrien.

 

Der Daesh stellt derzeit eine der größten Gefahren für die globale Sicherheit dar. Innerhalb von drei Jahren brachten die Terroristen weite Teile Syriens und des Irak unter ihre Kontrolle. Sie versuchen außerdem, ihren Einfluss auch auf nordafrikanische Staaten, darunter Libyen, auszudehnen. Unterschiedlichen Angaben zufolge hat die Terrormiliz eine Fläche von mehr als 90.000 Quadratkilometern erobert. Der Organisation sollen zwischen 50.000 und 200.000 Kämpfer angehören.

 

Quelle: Sputniknews