Russlands Verteidigungsministerium teilte gestern mit, dass eine Sojus-2.1B-Trägerrakete, die mit einem Glonass-M-Satelliten bestückt gestartet ist, wie RIA Novosti berichtet. Die russischen Luft- und Raumstreitkräfte bestätigten, dass der Start der Rakete im Plenetsk Space Center im nördlichen Russland erfolgreich verlief. Glonass-Satelliten werden sowohl militärisch als auch zivil genutzt.

 

Es ist bereits der dritte Start einer Sojus-Rakete in diesem Jahr, nachdem bereits am 7. Februar sowie am 24. März von Plenetsk aus in den Weltraum geschickt wurden, berichtet Radio Sputnik in Moskau. Auf der unteren Mitteilung des Kurznachrichtendienstes Twitter ist ein Video des Raketenstarts eingebettet. Die russischen Weltraumstreitkräfte, die eine Untereinheit der russischen Luft und Raumfahrtkräfte bilden, haben am Sonntag um 11:45 den erfolgreichen Start der Rakete bestätigt.

 

 

 

 

Der Satellit Glonass, der nun um die Erde kreist, ist ein globales Navigationssystem der Luft- und Weltraumstreitkräfte, das russische Pendant zum westlichen GPS-System. In den Jahren zuvor sind einige Raketenstarts mit dem Glonass-System allerdings missglückt. Die Bodenstationen, die das sogenannte Control-Segment für den Satelliten bilden, befinden sich unter anderem in Moskau, Sankt Petersburg, Jenisseisk, in Komsomolsk am Amur sowie in der ukrainischen Stadt Ternopil.

 

 

 

Das Satellitensystem Glonass unterstützt unter anderem mit dem Sitrep-System den Lenkungsprozess von militärischen Bomben beispielsweise die russische Luftwaffe im Syrien-Einsatz, wo neben wichtigen ballistischen Daten wie Umwelteinflüsse (Druck, Feuchtigkeit, Windgeschwindigkeit) auch die genaue Position eines ballistischen Flugkörpers bestimmt werden kann. Durch dieses satellitengestütze Berechnungsystem wurde die Trefferquote der russischen Bomber deutlich verbessert. Weitere Informationen über SITREP-System kann man auf dem Blog Vineyard Saker abrufen.    

 

Aber nicht nur die militärische Nutzung spielt hier eine Rolle, sondern auch die zivile Verwendung, beispielsweise Navigationssysteme und Mobilfunktelefone, sollen durch die Glonass-Satelliten in Russland ermöglicht werden.

 

 

Von Christian Lehmann