Obwohl die Türkei selbst massiv in den Syrienkrieg involviert ist, kritisierte Präsident Erdogan am Rande der Feierlichkeiten zur Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen die Anwesenheit von Truppen aus den USA, Russland und dem Iran im Nachbarland.
 
Am Rande der Feierlichkeiten zum 563. Jahrestag der Eroberung des christilichen Konstantinopels durch die islamischen Osmanen, über die die deutsche Presse ausführlich berichtete, übte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan Kritik an den Ländern USA, Russland und Iran bezüglich deren Truppenpräsenz in Syrien.

 

«Was haben Russland und der Iran dort zu suchen?», fragte Erdogan. Auch Fotos die US-Soldaten mit Abzeichen der syrisch-kurdischen Volksschutzeinheit (YPG), die als Schwesterorganisation der türkisch-kurdischen PKK gilt, stoßen bei ihm auf Unmut. «Was tun die US-Soldaten, geschmückt mit sogenannten Aufnähern einer Terrororganisation dort?»
 
Die Kritik Erdogans am Engagement der anderen Länder in Syrien wirkt jedoch mehr als nur scheinheilig. Immerhin gilt die Türkei als Financier und Unterstützer von islamistischen Terrorgruppen in Syrien. Auch die turkmenischen Verbände in Nordsyrien und im Nordirak werden von der Türkei aus mit Waffen, Gerät und Kämpfern versorgt. Zudem hat die türkische Führung immer wieder angekündigt, mit Bodentruppen in Nordsyrien einmarschieren zu wollen, wobei sogar eine Allianz mit Saudi-Arabien zur Diskussion stand.

 

Von Marco Maier