Einst bastelte die Sowjetunion an Laser-Waffen – nun gibt es ähnliche Projekte auch in Russland. Wie Experten betonen, sind solche Forschungsprogramme unabdingbar, um eine Parität mit den USA aufrechtzuerhalten.

 

Wie der TV-Sender Swesda berichtet, entwickelte die sowjetische Forschungsanstalt NPO Astrofisika militärische Laser-Systeme des Typs Stilet, die Anfang der 1980er Jahre in Serie gingen. Sie wurden auf Fahrzeugen montiert. Ihre Aufgabe bestand darin, optisch-elektronische Geräte des Gegners außer Gefecht zu setzen.

 

Später wurden sie von moderneren Systemen des Typs Sangwin abgelöst, die in der Lage waren, bewegliche Luftziele in acht bis zehn Kilometer Entfernung ins Visier zu nehmen, um deren optische Ausrüstungen zu zerstören. Die seegestützte Version mit dem Codenamen Akwilon wurde 1986 getestet.

 

 

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Russlands Luft- und Weltraumtruppen

 

Im Jahr 1990 wurde die mobile Anlage Szhatije getestet. Sie nahm ebenfalls optisch-elektronische Geräte ins Fadenkreuz. Den Kern der neuen Anlage machte ein Rubin-Festkörperlaser aus. Die Militärspitze bezweifelte allerdings die Effizienz solcher Systeme – eine Serienproduktion blieb aus.

 

Sowjetische Forscher, so der Bericht weiter, tüftelten auch an luftgestützten Laser-Systemen. Auf Basis des Flugzeugs Il-76MD wurde ein fliegendes Labor mit dem Codenamen A-60 in Betrieb genommen. Am Projekt nahmen der Flugzeugbauer Berijew und das Konstruktionsbüro Almaz teil. Bei einem Test im Jahr 1984 konnte der für diese Zwecke konstruierte 1-Megawatt-Laser ein luftgestütztes Übungsziel in 30 Kilometer Höhe erfolgreich treffen.

 

Ein modernisiertes System wurde an einem weiteren A-60-Flugzeug installiert. Im Jahr 1993 wurde das Projekt jedoch eingestellt. Erst zehn Jahre später fanden jene technischen Leistungen Anwendung im Rahmen des Programms Sokol-Eschelon. Zuständig dafür war der Luftabwehr-Hersteller Almaz-Antey.

 

Im Laufe des nächsten Jahrzehnts wurden die entsprechenden Arbeiten bald unterbrochen bald wiederaufgenommen. Nun soll das A-60-Flugzeug einen neuen Laser bekommen, um die Möglichkeit zu testen, gegnerische Satelliten bei Bedarf blind zu machen, berichtet der russische Sender.

 

Ex-Generalstabschef Juri Balujewski hatte Ende 2014 bestätigt, dass Russland Laser-Waffen parallel zu den USA entwickelt: „Die Entwicklung militärischer Technologien und moderner effizienter Waffen läuft ungefähr parallel in allen Staaten, die solchen Entwicklungsarbeiten gewachsen sind.“

 

Der russische Militärexperte Igor Korotschenko kommentierte: „Zwar erfordern solche Arbeiten eine Konzentration finanzieller Ressourcen, doch man muss das tun, um künftig eine Parität mit den USA auf diesem Gebiet aufrechtzuerhalten.“ Wie damals berichtet wurde, testete die US-Navy einen Laser, der sich als fähig erwies, kleine Schiffe oder Drohnen zu zerstören.

 

Quelle: Sputniknews