Im Februar stach eine Schülerin in Hannover auf einen Polizisten ein. Nach einem Medienbericht besteht der Verdacht, dass der «Islamische Staat» das Mädchen beauftragte.

 

Der Angriff eines 15-jährigen Mädchens auf einen Polizisten in Hannover könnte im Auftrag des «Islamischen Staats» erfolgt sein. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, prüfen die Ermittler, ob es damit erstmals in Deutschland einen Anschlag der Terrororganisation gegeben hat. Der Verdacht sei aufgekommen, als die Chatprotokolle der Schülerin Safia S. ausgewertet wurden. Im Februar hatte sie am Hauptbahnhof Hannover mit einem Messer auf einen Polizisten eingestochen und ihn schwer verletzt.

 

Dem Bericht zufolge hatte das Mädchen in seinen Chats geschrieben, sie habe bei einem Aufenthalt in der Türkei mit IS-«Angestellten» Kontakt gehabt. Diese hätten nicht gewollt, dass sie nach Syrien weiterreise, sondern sie aufgefordert, nach Deutschland zurückzukehren und für eine «Überraschung für die Ungläubigen» zu sorgen. Den Auswertungen zufolge soll die Schülerin seit Längerem mit dem IS sympathisiert haben.

 

Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft war Safia S. im Januar 2016 in die Türkei geflogen, um sich in Syrien der Dschihadistenmiliz anzuschließen. Sie wurde jedoch vorher von ihrer Mutter nach Deutschland zurückgeholt. Safia S. habe sich jedoch bereits in Istanbul von IS-Mitgliedern überzeugen lassen, in Deutschland eine «Märtyreroperation» vorzunehmen.

 

Die Zeitung zitiert eine Sprecherin des Generalbundesanwalts, wonach es Verdachtsmomente gebe, «dass der Tat ein konkreter Auftrag von Verantwortlichen des sogenannten Islamischen Staates zugrunde lag». Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh. Der Anwalt des Mädchens, Mutlu Günal, nannte den Verdacht, seine Mandantin habe einen Auftrag aus Syrien erhalten, Unsinn.

 

Deutsche Behörden prüfen dem Bericht zufolge nun, ob der IS deutsche Dschihadisten mit Anschlagsplänen zurück nach Deutschland schickt. Der Generalbundesanwalt hatte Haftbefehl wegen versuchten Mordes und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gegen Safia S. erlassen. Dem Polizisten soll sie einen Entschuldigungsbrief geschrieben haben.

 

Quelle: Die Zeit