Die syrisch-türkische Grenze könnte sich bald zu einem Schlachtfeld verwandeln. Meldungen zufolge lässt Ankara bereits Selbstschussanlagen an der Grenze bauen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.
 
Man stelle sich vor, irgendein EU-Mitgliedsland oder die USA würden an den Staatsgrenzen Wachtürme mit Selbstschussanlagen hinstellen, um so illegale Grenzübertritte zu verhindern. Der Aufschrei von Medien, Menschenrechtsorganisationen und vor allem der politischen Linken wäre riesengroß. Gab es zu Zeiten des Kalten Krieges beispielsweise in der DDR noch einen Schießbefehl auf «Republikflüchtlinge», so soll das heute zumindest an der türkischen Staatsgrenze automatisch erfolgen.

 

Demnach soll bei Annäherung von «Elementen» auf 300 Metern zuerst ein Warnruf in mehreren Sprachen ausgelöst werden, bevor dann Maschinengewehre das Feuer eröffnen, wie die regierungsnahe türkische Zeitung «Yeni Safak» unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Ankara berichtete.
 
Die Türkei gilt nach wie vor als wichtiges Transitland für Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten aus dem Nahen und Mittleren Osten, die in Richtung Europa weiterziehen wollen. Derzeit befinden sich rund 3 Millionen dieser Menschen in der Türkei und viele von ihnen hoffen darauf, bald schon einen Platz in Europa – vornehmlich in Deutschland oder Schweden – zu ergattern.

 

Von Marco Maier