UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die von Saudi-Arabien angeführte Koalition im Jemen auf die schwarze Liste gesetzt. Die Koalition soll für die Verletzung von Kinderrechten und den Tod von Hunderter Minderjährigen bei Kampfhandlungen in dem Land verantwortlich sein, wie Reuters berichtet.

 

Die Koalition trage die Verantwortung für den Tod von 510 Kindern und damit 60 Prozent aller im Laufe des Konfliktes getöteten Minderjährigen. Weitere 667 Kinder seien durch Saudi-Arabiens Koalition verletzt worden.

 

„Die Huthi-Rebellen und die saudi-arabische Militärkoalition stehen wegen einer Vielzahl von Verstößen auf beiden Seiten auf der schwarzen Liste, darunter wegen Tötung und schwerer Körperverletzung sowie Angriffen auf Schulen und Krankenhäuser“, so Ban Ki-moon.

 

Laut Reuters stehen die Huthi-Rebellen, Regierungstruppen des Jemen und regierungstreuen Gruppen auf der Liste seit fünf Jahren.

 

 

Im Jemen dauert der Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Anhängern von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh auf der einen und den Truppen des geflüchteten Staatschefs Abed Rabbo Mansur Hadi, die von Saudi-Arabien am Boden und in der Luft unterstützt werden, auf der anderen Seite an. Die Luftwaffe der saudisch geführten Koalition fliegt seit dem 26. März Luftangriffe  in den Gebieten, die von Rebellen kontrolliert werden. Nach einigen Einschätzungen beträgt die Stärke der Bodentruppen, die zur Unterstützung von Hadi geschickt worden sind, mehr als 10.000 Soldaten.

 

Außerdem versuchen verschiedene islamistische Gruppierungen wie die Terrormiliz al-Qaida und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) einige Gebiete im Süden des Jemen unter ihre Kontrolle zu bringen. Den Regierungstruppen stehen unter anderem die Kämpfer der sogenannten „Südlichen Bewegung» gegenüber, die seit 2007 für die Unabhängigkeit der südlichen Provinzen auftreten.

 

Das Uno-Kinderhilfswerk (Unicef) hat erst kürzlich gemahnt, dass im Jemen zehn Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen seien: 320.000 Kinder seien von schwerer, akuter Mangelernährung bedroht. Von den für 2016 benötigten Hilfsgeldern für den Jemen hat Unicef nach eigenen Angaben erst 18 Prozent erhalten.

 

Quelle: Sputniknews