Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Deutschland des Völkermords in Namibia beschuldigt und einmal mehr die „Holocaust-Karte“ ausgespielt, wie die „Daily Sabah“ berichtet.

 

„Deutschland! Ich wiederhole es noch einmal – ihr müsst die Verantwortung für die Ausrottung von mehr als 100.000 Namibiern gestehen“, so der türkische Staatschef in der Sabahattin Zaim Universität in Istanbul.

 
Des Weiteren wies er auch auf die jüngere Geschichte hin: auf den Holocaust durch das Deutsche Reich und den Zweiten Weltkrieg. Die BRD dürfe sich zum Thema Völkermord als letzte äußern, schloss Erdoğan daraus.
 

„Unsere Geschichte ist keine Massenmordgeschichte, unsere Geschichte ist eine Geschichte von Barmherzigkeit und Mitleid, und dadurch unterscheiden wir uns [von Deutschland – Anm.d.R.]“, so der Präsident.

 
Deutschland hatte sich jedoch bereits 2004 zum Völkermord im heutigen Namibia bekannt. Während der Kolonialzeit zwischen 1904 und 1907 ermordeten deutsche Truppen über 80 Prozent der Aufständischen aus den Volksstämmen Herero und Nama.
 
Zuvor hatten sich bereits mehrere türkische Politiker sowie türkische Medien von kritisch bis ausfallend über die vom deutschen Bundestag verabschiedete Armenien-Resolution geäußert.