Ausländische Kämpfer und Anhänger der Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) verlieren ihren Glauben und bitten die Botschafter ihrer Länder immer öfter um Hilfe bei der Rückkehr in die Heimat aus den unter IS-Kontrolle stehenden Gebieten im Irak und in Syrien. Dies schreibt The Wall Street Journal (WSJ).

 

Die Zeitung beruft sich auf Daten, die sie von Diplomaten von insgesamt sechs Botschaften verschiedener Länder in der Türkei bekommen hat. Bei den Überläufern handele es sich um durch IS-Propaganda überzeugte Ausländer, die bereits an Kampfhandlungen teilgenommen oder dem IS die Treue geschworen hatten und nun in eine schwere Lage geraten seien. Der Grund dafür sei vor allem die jüngste Befreiung der Stadt Falludscha durch irakische Soldaten und die Wiederaufnahme des Vormarsches gegen eine weitere IS-Hochburg, die syrische Stadt Rakka.

 

„Die Kräfte (des IS – Anm. d. Red.) verlassen nach und nach die Städte. Eine Vielzahl an Franzosen kehrt in die Heimat zurück. Sie haben den Eindruck bekommen, alles sei komplett falsch gelaufen, nicht so, wie sie es sich vorstellt hatten“, zitiert WSJ den Koordinator für Geheimdienstangelegenheiten in Frankreich, Didier Le Bret.

 
WSJ zufolge haben sich bereits etwa 150 Bürger Frankreichs und fünf anderer westlicher Länder an die Diplomaten ihrer Heimatländer mit der Bitte gewandt, ihnen bei der Rückkehr zu helfen. Die genaue Zahl der Bürger dieser Länder, die von der Terrormiliz Daesh angeworben wurden, sei nicht bekannt.

 

Nun müssen die Geheimdienste die so genannten Überläufer zunächst gründlich überprüfen. Es ist notwendig, die Gefahr auszuschließen, dass diese Personen eventuell absichtlich vom IS geschickt werden, um Terroranschläge wie die von Paris oder Brüssel zu verüben.

 

Die irakische Armee und schiitische Volksmilizen hatten bereits vor zwei Wochen einen Einsatz zur Befreiung Falludschas gestartet, das seit 2014 von der Terrormiliz Daesh besetzt gehalten wird. Im Rahmen der Operation wurden mehrere Wohnsiedlungen in der Nähe von Falludscha befreit und über 100 Terroristen getötet. Außerdem brachte die irakische Regierung 80 Prozent des Umlandes von Falludscha unter ihre Kontrolle.

 

Die syrischen Regierungstruppen hatten Mitte Februar einen Großangriff auf die Stadt Rakka, die als IS-Hochburg gilt, begonnen. Mit Unterstützung der russischen Luftwaffe konnte die syrische Armee an mehreren Fronten große Erfolge verbuchen. Regierungstruppen befreiten viele Städte und strategisch wichtige Orte.

 

Quelle: Sputniknews