Auf dem Media Forum von Russlands staatlicher Medienagentur Rossiya Segonya sprach Julian Assange per Video-Verbindung auf dem Forum. Er beschuldigte den Internet-Riesen Google, dass dieser in die Kampagne von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton involviert sei, die als Präsidentin Kriege beginnen werde.

 
Am 8. November wird in Amerika ein neuer Präsident gewählt. Im aktuellen Wahlkamp nehme Google nach den Worten von WikiLeaks-Chef eine starke Position für Hillary Clinton ein. Ohnehin sei Google laut Assange sowohl auf persönlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene stark in die Machtstrukturen Washingtons involviert. Google unterstützte mit seiner Markführer-Rolle im Suchmaschinen-Bereich den US-Exzeptionalismus, da Google immer mehr die Vertriebskanäle im Internethandel kontrolliere.
 


 
Nachdem WikiLeaks eine private E-Mails-Sammlung von Hillary Clinton veröffentlichte, aus der bereits die Internventionspolitik von Hillary Clinton hervorgeht, befürchtete Assange weitere internationale Kriege im Falle eines Clinton-Wahlsiegs. „Aus Sicht von WikiLeaks ist Hillary Clinton in Bezug auf Krieg und Frieden problematisch“, sagte Assange. Der Journalist hinter WikiLeaks hat bereit ein Buch geschrieben, welches sich mit den Machenschaften des Internet-Riesen auseinandersetzt. Zudem veröffentlichte WikiLeaks eine E-Mail-Sammlung von Hillary Clinton, wo auch der Militärschlag gegen Lybien nur aus finanziellen Gründen verübt wurde.

 


 
Vorrausschauend wie ein Falke würde Clinton das Werkzeug der legalen Intervention Assange zufolge beherrschen. Er spielt dabei auf die Interventionspolitik der NATO an, die nach dem Ende des Kalten Krieges in die Doktrin des Bündnisses aufgenommen wurde. Danach werden Angriffkriege als Verteidigungsschläge gerechtfertigt, sogenannte Präventivschläge. Angriff ist nunmal die beste Verteidigung.
 
Assange sprach auf dem zweitägigen Medienforum vom 6 bis 7 Juni, welches zeitgleich mit dem 75. Jahrestag der Gründung des Sowjetischen Informationsbüro zusammenfiel, aus der sich heute die Marke Rossiya Segodnya entwickelte. Er wurde aus der ecuadorianischen Botschaft in London zugeschaltet. Thematisiert wurde der Wandel des zeitgenössischen Journalismus unrer dem Motto „Lebewohl Mainstream“ und begrüßte Teilnehmer aus 30 verschiedenen Ländern. Unter anderem sprach der russische Präsident Wladimir Putin vor den anwesenden Gästen.
 
Von Christian Lehmann