Nach dem schmutzigen Flüchtlingsdeal mit der Türkei gibt es offenbar kein Halten mehr. Nun will die EU ähnliche Abkommen mit afrikanischen Staaten schließen – darunter auch Sudan und Eritrea.

 

Dabei werden diese beiden Länder von steckbrieflich gesuchten Kriegsverbrechern regiert. Gerade weil diese die Menschenrechte mit Füssen treten, ergreifen so viele Menschen die Flucht. Ziemlich pervers wirkt auch der Vorschlag zu den so genannten Wirtschaftsflüchtlingen. Jene afrikanischen Länder, die nicht mit der EU kooperieren, sollen künftig finanziell bestraft werden. Auf den Gedanken, dass die Menschen ihre Länder verlassen, weil sie die EU-Politik ihrer Existenz beraubt hat (z.B. durch Agrarexporte), kommen die „Experten“ in Brüssel offenbar nicht. Für sie zählt nur eins: die Abschottung. Denn neue Wege zur sicheren und legalen Einwanderung nach EUropa enthält die neue Strategie „natürlich“ auch nicht.

 

Durch den Flüchtlings-Deal mit der Türkei würden Menschenleben gerettet, behauptet Kanzlerin Merkel. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Wegen der Umleitung auf andere Routen gibt es mehr Tote denn je. An der libyschen Küste werden mehr als hundert tote Flüchtlinge gefunden, meldet n-tv. Nach einem weiteren Schiffsunglück vor Kreta werden hunderte Menschen vermisst. Das ist kein Einzelfall.

 

„Während sich die EU immer schärfer gegen Flüchtlinge abschottet, steigt die Zahl der Ertrunkenen so schnell wie noch nie“, hatte die „Zeit“ schon vor Tagen gemeldet. 2016 sei „das tödlichste Jahr.“

 

Offenbar hat sich herumgesprochen, dass eine Flucht über die Ägäis keinen Sinn mehr macht, da die Balkanroute dicht ist (der Flüchtlingspakt mit der Türkei spielt derzeit keine erkennbare Rolle). Und so versuchen immer mehr Menschen, nach Kreta, Sizilien oder Süditalien überzusetzen. Dabei setzen sie sich Lebensgefahr aus. Selbst die EU-Marinemission „Sophia“ kann das nicht verhindern.

 

Merkel und andere EU-Politiker sollten also aufhören, sich auf humanitäre Ziele zu berufen. Wenn sie wirklich Menschen retten wollten, müssten sie legale und sichere Fluchtwege schaffen!

 

 

Von Eric Bonse