Das größte Manöver der NATO seit dem Ende des Kaltenkrieges ist ein Teil der globalen US-Kriegsstrategie. Zu diesem Schluss kommt Michel Chussodowsky, emeritierter Professor und Leiter des globalisierungskritischen Instituts Global Research in Ottawa, mit dem iranischen Staatssender PressTV. Allerdings deckte das Manöver bereits Schwächen in der Truppenbeweglichkeit auf.

 

Vor dem NATO-Sicherheitsgipfel in Warschau finden die großangelegen NATO-Manöver „Anaconda 2016“ und „Sabre Strike“ statt. Mit über 3000 Landeinheiten, 100 Militärflugzeugen und 12 Schiffen die größte NATO-Übung seit 1989. Insgesamt sind 31,000 Mann an der internationalen Übung vor Russlands Haustüre im Baltikum aus 19 Mitgliedsstaaten beteiligt, inklusive die NATO-Partnerländer Mazedonien, Ukraine und Georgien. Contra Magazin berichtete bereits.

 

Aus Sicht des emeritierten Professors für Ökonomie an der Universität Ottawa Michel Chussodowsky ein Teil der globalen Kriegsstrategie der USA. In einem Gespräch mit dem Sender PressTV vergleicht er dieses Truppenaufkommen mit der Operation Barbarossa, als Deutschland in einer geheimen Operation die Sowjetunion im Juni 1941 angriff. Das komplette Video in englischer Sprache ist hier abrufbar.
 

 
Mit „Die Globalisierungs des Krieges“ setzte sich Chussodowsky mit der Kriegsstrategie der Amerika im Vorfeld auseinander und gilt weltweiter als einer der renommiertesten Kritiker der Globalisierung. Demnach versuchen die Amerika ihre weltweite Hegemonialstellung durch verdeckte Operationen, wie die Debstabillisieurung von Staaten, aufrecht zu erhalten. Eine Kombination aus verdeckten Operationen und der Unterwanderung von Staaten im Nahen Osten, Osteuropa, Afrika, Zentralasien und in Fernost sei im Rahmen einer Militärallianz (USA-NATO-Israel) demnach bereits im vollem Gange.

 


 

Weltweit geführter Wirtschafts- und Drohnenkrieg
 
Der weltweite Drohnenkrieg sowie die Erstellung von sogenannten „Tötungslisten“ ist nach Auffassungs des US-Journalisten Jeremy Scahill ebenfall ein Teil der weltweiten Kriegsstrategie der Amerikaner. Contra Magazin berichtete über die Intercept-Enthüllungen, wo das US-Militär im weltweiten Drohnenprogramm eng mit US-Konzernen wie IBM kopperiert. Auch Chussodowsky beschreibt die entscheidende Rolle der US-Wirtschaft im globalen Krieg der Vereinigten Staaten.
 
Wirtschaftliche Sanktionen gegen souveräne seien nach Chussodowsky ebenfalls ein Element der globalen US-Kriegsstrategie, womit die Debstabillisieurng von Finanz- und Währungsmärkten beabsichtigt sei. Ebenso seien die US-geführten Militärinterventionen im Rahmen eines humanitären Einsatzes Teil der globalen US-Strategie, um das weltweite Imperium am Leben zu erhalten. Insgesamt haben die USA und ihre Verbündeten ein militärisches Abenteuer ins Leben gerufen, das die Zukunft der Menschheit bedrohe.

 

 
Die russische Nachrichtenagentur Sputnik berichtet derweil, dass Anaconda die schwächen der NATO im Bereich Logistik und Transport aufgedeckt habe. Wie Sputnik unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung berichtet, mangelt es der NATO an umfassenden Daten über die Verkehrs- und Transportwege. Das laufende NATO-Manöver unter Führung der USA sollte unter anderem die schnelle Verlegbarkeit von schweren Material von West nach Ost demonstrieren. Bei einer Kollision mit einem US-Transporter auf einer Autobahn in Polen kam bereits ein Zivilist ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt.
 

Von Christian Lehmann