In iranischen Medienberichten wird auf Äußerungen Generals Akram Mohammad Abdulrahman von den kurdischen Selbstverteidigungseinheiten YPG verwiesen, nach denen die Terrormiliz Islamischer Staat nunmehr in der Lage sei, überall auf der Welt Selbstmordanschläge mit chemischen Waffen durchzuführen.

 

Gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur FARS News Agency (FNA) sagte er: »Der IS hat seine Terroristen mit chemischen Bomben ausgerüstet, die sie bei Selbstmordanschlägen in Syrien einsetzen sollen.« »Ganze Scharen« junger Menschen seien für die Beteiligung an derartigen Anschlägen ausgebildet worden, bei denen »gleichzeitig sowohl Sprengstoffe als auch chemisches Material« eingesetzt werden könnten. Nicht zum ersten Mal wird dem IS und den mit ihm verbündeten Gruppen vorgeworfen, über Chemiewaffen zu verfügen.

 

Im April hatte Ahmet Üzümcü, Leiter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention überwacht, erklärt, seine Organisation sei »extrem darüber beunruhigt«, Terrorgruppen im Nahen Osten könnten versuchen, derartige Waffen zu entwickeln.

 

Die OPCW habe Hinweise darauf entdeckt, dass bei Angriffen in Syrien und dem Irak der chemische Kampfstoff Schwefel-Senfgas eingesetzt wurde. Weiter sagte Üzümcü, es spreche vieles dafür, dass diese Waffen vom IS hergestellt und eingesetzt worden seien. »Dies belegt, dass sie über die erforderliche Technologie und das entsprechende Wissen verfügen und Zugang zu Materialien haben, die für die Herstellung chemischer Waffen benutzt werden können«, meinte der OPCW-Generaldirektor weiter.

 

Zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres hatte der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärt, allgemein werde zwar die Gefahr erkannt, Massenvernichtungswaffen könnten in die Hände von Nichtregierungsorganisationen fallen, aber auch die Gefahr eines »Chemie-Terrorismus« sei nun Realität geworden. Extremisten des IS und anderer Terrorgruppen verfügten über die technischen Fähigkeiten, »wirksame chemische Kampfstoffe« herzustellen.

 

Sicherheitschefs der NATO und der Europäischen Union (EU) haben Informationen über die angebliche Absicht des IS ausgetauscht, chemische oder atomare Waffen gegen Großbritannien einzusetzen.

 

Der Chef des amerikanischen Geheimdienstes CIA, John Brennan, hatte bereits darauf hingewiesen, dass »der IS in zahlreichen Fällen chemische Munition auf dem Gefechtsfeld« eingesetzt habe.

 

Einheiten der kurdischen YPG waren bereits mehrfach Ziel von Chemiewaffenangriffen. So wurde ein Viertel in der heftig umkämpften Stadt Aleppo, das von kurdischen Kämpfern gehalten wird, aus Gebieten heraus, die von Islamisten und der sogenannten Freien Syrischen Armee besetzt sind, mit Granaten mit chemischen Kampfstoffen beschossen. Videos zeigen, wie gelbes Gas aus dem von Kurden gehaltenen Viertel aufsteigt und verschiedene Männer mit massiven Atembeschwerden zu kämpfen haben.

 

Die YPG hat schon früher islamistische Kämpfer beschuldigt, bei einem anderen Angriff in der Region Gelben Phosphor eingesetzt zu haben. Die betroffenen Menschen leiden unter Hautjucken und anderen Symptomen einer chemischen Vergiftung.

 

 

Quelle: KOPP