Für den wirtschaftlich-politischen Progress und die Lösung internationaler Probleme ist ein Dialog mit Moskau unentbehrlich, wie der Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel in einem Interview mit Russlandkontrovers.de äußerte. Russland sei nicht nur ein Schlüsselpartner für Deutschland, sondern auch ein wichtiger globaler Akteur.

 

„Russland ist und bleibt trotz des momentanen Einbruchs der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ein außerordentlich wichtiger Partner für Deutschland und die deutsche Wirtschaft. Die Ursachen für den gegenwärtigen Einbruch sind vielfältig.“, betont Gabriel. Trotz aller bestehenden Schwierigkeiten werde Russland auch in Zukunft ein Schlüsselpartner für Deutschland bleiben.

 

Die wirtschaftlichen Potenziale beider Länder würden sich sehr gut ergänzen, zudem sie auch auf eine sehr lange Tradition der industriellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zurückblicken könnten.

 

„Es ist eine Stärke der deutsch-russischen Beziehungen, Tiefpunkte zu überwinden und auch unter schwierigen Bedingungen die Kooperation fortzusetzen“, so Gabriel.

Für einen weiteren politischen und wirtschaftlichen Progress sei es aber nun entscheidend, dass die „klugen reformbereiten Köpfe“ innerhalb der russischen Machtstrukturen gehört werden. Ein Potenzial sei dafür immerhin vorhanden.

 

„Russland hat schon mehrfach bewiesen, dass es im Dialog auf Augenhöhe zur Lösungsfindung beitragen kann. Eine dauerhafte Ausgrenzung vertieft nur die ohnehin schon aufgerissenen Gräben und ist nicht der Schlüssel für eine politische Lösung“, so der Vizekanzler.

 

Falls der Westen an politischen Lösungen internationaler Probleme auch weiterhin festhalten wolle, dann sei dringend eine Fortführung des Russland-Dialogs – in welcher Form auch immer – erforderlich.

 

Wir haben das Forum der G 7 seinerzeit aus guten Gründen um Russland erweitert. Gerade wo es Differenzen gibt, ist die Abstimmung in internationalen Foren ein Gewinn. Deshalb trete ich dafür ein, dass aus den G 7 schnell wieder G 8 werden und Russland in den Teilnehmerkreis zurückkehrt“, erklärte er.

Man sollte zudem bedenken, dass Russland ein wichtiger globaler Akteur und keine Regionalmacht sei.

 

In dieser Hinsicht sei zumindest aus sicherheitspolitischen Erwägungen wichtig, dass der NATO-Russland-Rat wiederbelebt, die Kommunikationskanäle offen gehalten  und an einer Transparenz und Vertrauensbildung gearbeitet werde, fügte er hinzu.

 

Quelle: Sputniknews