Berlin hat versprochen, sich an der Regelung des Berg-Karabach-Konflikts zu beteiligen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

 

Baku ist mit den Ergebnissen der Verhandlungen zufrieden, die Präsident Ilham Alijew während seines offiziellen Besuchs in Deutschland führte. Es wurden mögliche deutsche Investitionsprojekte in Aserbaidschan besprochen. Als wichtigstes Ergebnis bezeichnet Baku allerdings das Versprechen Deutschlands, die Regelung des Bergkarabach-Konflikts zu fördern.

 

Der aserbaidschanische Staatschef Ilham Alijew traf sich in Berlin mit dem Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger, dem Vorstandsvorsitzenden des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums, Hanns-Eberhard Schleyer, und Mitgliedern des Forums: dem Vizepräsidenten der Airbus Group, Jean-Pierre Talamoni, und dem deutschen Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Er nahm an der Eröffnung des Deutsch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsforums teil und verhandelte zum Schluss mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

Der wirtschaftliche Teil des Besuchs war ein Treffen mit Geschäftsleuten. Alijew rief die deutschen Unternehmer zu mehr Investitionen in die Wirtschaft Aserbaidschans auf und meinte damit solche transnationalen Projekte wie den „Südlichen Gaskorridor“ im Wert von 45 Milliarden US-Dollar, Verkehrsprojekte, die von Aserbaidschan zur Schaffung einer sicheren Verbindung zwischen Asien und Europa umgesetzt werden, sowie Projekte zur Schaffung eines Freihandelsraumes am Internationalen Meereshafen Baku.

 

Der aserbaidschanische Markt war auch früher attraktiv für deutsche Firmen. 80 Prozent des Handelsumsatzes zwischen Deutschland und dem Südkaukasus entfallen auf Aserbaidschan. Diese Zahl soll angesichts der neuen Möglichkeiten für deutsche Firmen wachsen.

 

Allerdings war das Ziel von Alijews Besuch in Deutschland nicht nur die Förderung der Wirtschaftskooperation. Wie die Nachrichtenagentur Trend berichtet, war eines der wichtigsten Ergebnisse der Visite die Tatsache, dass Aserbaidschans Staatschef auf einer der wichtigsten politischen Plattformen Europas erneut auf die wichtigsten neuralgischen Punkte des Berg-Karabach-Konflikts hinwies. Er gab deutlich zu verstehen, dass die Position Bakus unverändert bleibt – die Regelung soll sich auf der Erfüllung der Völkerrechtsnormen und Resolutionen des UN-Sicherheitsrates stützen, die einen unverzüglichen Abzug der armenischen Streitkräfte aus Aserbaidschan vorsehen.

 

Laut Experten der Agentur Trend verstärkte sich zuletzt der Eindruck, dass Deutschland als OSZE-Vorsitzender parallel zu anderen Vermittlern Schritte zur Lösung des Berg-Krabach-Konflikts unternehmen wird.

 

Bei dem Besuch wurde auch die Rolle Russlands bei dem Verhandlungsprozess und die Militärkooperation Moskaus mit den Konfliktseiten Armenien und Aserbaidschan besprochen.

 

„Insgesamt wird natürlich auch Russland eine entscheidende Rolle bei der Lösung des Nagorny-Karabach-Konfliktes spielen. Auch hier werden wir unsere Kontakte nutzen, um die russische Regierung genauso wie natürlich auch die amerikanische und die französische als Co-Vorsitzende der Minsker Gruppe zu unterstützen, wenn es um die Lösung des Nagorny-Karabach-Konfliktes geht“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Pressekonferenz mit Präsident Alijew.

 

Was den Waffenverkauf an die beiden Konfliktseiten betrifft, sagte Alijew, dass die Tatsache, dass Russland Waffen an Armenien verkauft, in Aserbaidschan keine „Allergie“ auslöst.

 

„Wir betrachten Russland als unseren strategischen Partner. Wir verstehen, dass Russland ein großer Waffenhersteller ist und Waffen an jedes Land verkaufen kann. Es ist Armenien, bei dem der Verkauf russischer Waffen an Aserbaidschan eine Allergie auslöst“, sagte Alijew.

 

Quelle: Sputniknews