Der LINKE-Politiker Andreas Maurer hat von der Bundesregierung eine Rüge für seine Reise auf die Krim bekommen. Mittlerweile bekommt er auch Drohungen.

 

Maurer, Fraktionsvorsitzender bei der Partei DIE LINKE im Stadtrat der niedersächsischen Kleinstadt Quakenbrück hat sich als erster deutscher Politiker für eine Anerkennung der Krim als Teil Russlands ausgesprochen.

 

Kurz danach bekam er Post vom Auswärtigen Amt:

 

310511950

 

 

 

Bemerkenswert an dem Schreiben ist, dass hier auf ukrainische Gesetze verwiesen wird. Denn nach deutschem und europäischem Recht ist es nicht strafbar, sich für eine Anerkennung der Krim als Teil der Russischen Föderation auszusprechen.

 

In die Ukraine wird Maurer jedoch wohl nicht mehr einreisen dürfen. Dies sieht der Politiker gelassen und es erfüllt ihn sogar mit einem gewissen Stolz:

 

«Ich fühle mich zum Teil geehrt, dass ich jetzt mit großen Politikern wie Michail Gorbatschow auf einer Liste stehe“, sagte er im Interview mit Sputnik-Korrespondent Armin Siebert. „ Andererseits denke ich, die Ukraine kann nicht ewig so weiter machen. Irgendwann wird die Liste voll sein. Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen auch weiter die Krim besuchen werden. Das zeigen auch die bundesweiten Reaktionen auf meine Reise und die geplante Resolution.»

 

Die Reaktionen seien überwältigend und zu 95 Prozent positiv. Maurer kommt nicht hinterher, die ganzen Emails zu beantworten. Die Menschen bestärken ihn in seiner Position und zeigen sich solidarisch.

 

Es gab aber auch negative Stimmen, so Maurer. «Es gab auch Hassmails und entsprechende Posts in sozialen Medien. Meine facebook-Seite wird angegriffen, so dass ich jetzt täglich das Passwort ändern muss.»

 

Bei einer Dienstreise nach Berlin vor einigen Tagen kam es zu einer besonders unangenehmen Begegnung:

 

«Eine Person kam auf der Straße auf mich zu und hat mich direkt mit Namen angesprochen und hat mich ernst aufgefordert, in der Zukunft auf Interviews zum Thema Krim zu verzichten, sonst könnte das Konsequenzen haben“, sagte Maurer. „Ich war erst sprachlos. Als ich ihn dann fragte, wer er sei und wen er vertritt, ist er gegangen. Da kommt man schon ins Grübeln. Zumal ich nicht so prominent bin, dass mich Leute in Berlin auf der Straße erkennen würden. Da stellt sich mir schon die Frage, in welchem Auftrag diese Person gehandelt hat.“