Der weltweite Kampf gegen islamistischen Terrorismus wird von Gruppierungen wie ISIS und Al-Quaida geprägt. Die nächste Gefahr nach Daesh soll arabischen Experten zufolge von der Chorasan-Bewegung ausgehen. Für jordanische Sicherheitsbehörden geht von ihr inzwischen die größte Terrorgefahr aus, während andere von einem „Geheimdienst-Märchen“ ausgehen.

 

Aktuell befindet sich der Westen sowie Russland und seine Verbündeten im Kampf gegen ISIS (Daesh), Al Quaida und die Al-Nusra-Front. Die beiden letzten Bewegungen waren des öfteren der Zankapfel zwischen Russland und den USA, nachdem Russland solche Gruppierungen im Syrien-Einsatz attackierte. Auf einmal wurden aus diesen Terrorgruppen „gemäßigte Rebellen“, welche im Afghanistan-Krieg zusammen mit den Taliban die Hauptfeinde der USA und Verbündeten sind. Die neue Gefahr Chorasan oder Khorasan-Bewegung steht Al-Quaida nahe und gilt als Ableger der syrischen Al-Nusra-Front. Hinterland dieser Bewegung soll die Chorasan-Provinz in Afghanistan sein. Aktuell haben sich sich zu einem Mordanschlag gegen einen Abgerordneten des afghanischen Parlaments bekannt.
 

 

 

Der Anführer der al-Nusra-Front in Syrien Abu Mohammed al-Jawlani bestritt in einem Interview mit Al Jazeera die Existenz dieser Gruppierung. Demnach solle es sich um eine Erfindung der Amerikaner handeln, ironisierte der Dschihadist, der im vergangenen Oktober zu Anschlägen gegen die russische Bevölkerung aufgerufen hat, úm den russischen Militäreinsatz in Syrien zu rächen. Jordanische Sicherheitsbehörden sehen die Bewegung bereits als die größte Gefahr an, die von fundamentalistischen Islamisten ausgehe. In einem Gespräch mit dem arabischen Ableger von Sputnik warnt der Experte Nabil Naim vor der Bewegung. Die Gruppierung agiere laut Naim sehr professionell und bestehe überwiegend aus Ingenieurwissenschaftlern und Naturwissenschaftlern.  
 


 

Bereits vor zwei Jahren war die Gruppierung in die internationalen Schlagzeilen geraten, nachdem amerikanische Medien berichteten, dass die Khorasan-Gruppe die US-Streitkräfte in Syrien attackiere. Das investigative Portal The Intercept von Glenn Greenwald erblickte in den vielen Berichten der US-Medien reine „Kriegpropaganda“, um Syrien zu bomabardieren. Für Naim seien die neuen Anschläge in Brüssel und Paris ein Anhaltspunkt, dass die Chorasan-Bewegung am wachsen sei.

 

 

Der Name Khorasan oder Chorasan ist auf die historische Region in Zentralasien zurückzuführen, die sich heute auf die Gebiete der Staaten Afghanistan, Iran, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan erstreckt. Wie Greenwald und auch der al-Nusra Kämpfer al-Jawlani gehen viele von einer Geheimdienst-Bezeichnung aus, um die Strategie der Spannung weiter aufrecht zu erhalten und somit weiter Kriege im Nahen Osten durchzuführen. Ein weiterer Hintergrundbericht über die Splittergruppe ist auf der Internetseite der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden abrufbar. Der Artikel von September 2014 greift die Gruppierung ebenfalls auf, nachdem internationale Medien über die neue Terrorgruppe weltweit berichteten.

 

Von Christian Lehmann
 
 

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