Die französische Bank Societe Generale hat Konten russischer Diplomaten in Paris gesperrt, ohne die Gründe dafür zu nennen, wie aus diplomatischen Quellen verlautete.

 

„Während Abgeordnete der Nationalversammlung und des Senats Frankreichs für die Aufhebung der gegen Russland verhängten Sanktionen stimmen, sperrt die französische Bank Societe Generale Konten – nicht einfacher russischer Bürger, sondern russischer Diplomaten, weil die Bank anscheinend Maßnahmen seitens der USA fürchtet“, so der Insider.

 

Die Maßnahmen haben ihm zufolge auch Unesco-Mitarbeiter getroffen, die doch gemeinhin als überparteilich gelten. Nun sei unklar, was von Seiten der Bank noch zu erwarten sei.

 

Vor einem Jahr waren russische Diplomaten und Unternehmer in Frankreich bereits mit derartigen Problemen konfrontiert worden. So waren im Juni 2015 die Konten mehrerer russischer Diplomaten und Firmen bei der französischen VTB-Tochter auf Anfrage der französischen Rechtsschutzorgane gesperrt worden.

 

Damit war Frankreich einem Urteil des Schiedsgerichts in Den Haag gefolgt. Das Gericht hatte am 18. Juli vergangenen Jahres der Klage der ehemaligen Yukos-Aktienbesitzer stattgegeben und den russischen Staat verpflichtet, den Firmen Hulley Enterprises, Yukos Universal Limited (Zypern) und Veteran Petroleum Ltd Entschädigungen in Höhe von insgesamt 50 Milliarden US-Dollar auszuzahlen. Später hatte das Pariser Landgericht Tribunal de Grande Instance die Sperrung der Konten in Frankreich im Rahmen der Yukos-Klage für rechtswidrig erklärt.

 

Die russischen Behörden hatten Yukos 2003 massive Steuerhinterziehung und andere Wirtschaftsverbrechen zur Last gelegt. Topmanager des damals größten Erdölkonzerns des Landes wurden wegen Betrug, Diebstahl und Steuerhinterziehung zu Haftstrafen verurteilt. Der Konzern wurde vor Gericht für bankrott erklärt, das Gros seiner Vermögenswerte wurde vom staatlichen Ölkonzern Rosneft übernommen. 2005 klagten frühere Yukos-Aktionäre beim Schiedsgerichtshof in Den Haag wegen „Zwangsenteignung“.

 

Quelle: Sputniknews