Die Doppelstrategie der Amerikaner in Syrien führt aktuell wieder einmal zu direkten Konfrontationen zwischen dem Militär und dem dem US-Geheimdienst CIA. Während die CIA weiter die Assad-Gegner unterstützen, unterstützt das Militär mit den kurdischen Milizen eine gegnerische Partei. Ein Überblick über einen seltsamen Proxy-War in Syrien.

 

Die Rivalität zwischen dem US-Militär und dem US-Geheimdienst CIA hat eine lange Tradition, die sich aktuell im Syrien-Krieg wiederspiegelt. Der aktuell gespaltene Kurs der Obama-Regierung macht die Sache auch nicht besser. Bereits vor zwei Monaten kam es zwischen dem US-Militär und den CIA-geführten Rebellengruppen zu Auseinandersetzungen – eine Folge des doppelten Spiels der amerikanischen Politik in Syrien. Westliche Medien und der US-Dienst selbst versuchen die Unterstützung von unterschiedlichen militanten Gruppierungen zu bestreiten. Das US-Portal Buzzfeed macht aktuell eine Ausnahme und skandiert nun, dass Russland versucht in Syrien die CIA-gestützten Rebellen für sich zu gewinnen. Die Tatsache, dass der CIA hier im Vergleicht zu Russland die Nase vorne hat, würde am besseren Investment der Amerikaner liegen.
 

 

Auch andere US-Medien wundern sich inzwischen nicht mehr heimlich über den Proxy-War der CIA in Syrien. Einem Bericht des US-Portals „The Daily Beast“ zufolge unterstützt der US-Geheimdienst weiter alle möglichen Gegner der Assad-Regierung, darunter auch Al-Quaida, einem Gegner der US-Streitkräfte in Afghannistan. Man könne ISIS in Syrien nur besiegen, wenn das „Assad-Regime gesürzt ist“,begründet der CIA seine Unterstützung für die unterschiedlichten Gruppierungen. Mal sind sie nützlich, um den Einsatz der russischen Kräfte in Syrien zu torpedieren. Aktuell erweist sich die US-Doppelstrategie allerdings als ein Flop, wie Sputnik international berichtet.
 


 
Wenn das russische Militär eine Stellung von Al-Quaida oder der Al-Nusra-Front hingegen torpediert, dann ist das Anlass für die amerikanische Seite wieder von „gemäßigten Regimegegnern“ zu sprechen, die zu „ Opfer eines russischen Bombenangriffs“ erklärt werden. Solche Anschuldigungen passen gut zu der widerlegten „Krankenhaus-Lüge“ und weiteren Anschuldigen gegen die russischen Streitkräfte, die immer wieder Gegenstand in der westlichen Berichterstattung wurden. Umso erstaunlicher ist nun, dass westliche Portale nun offen über den Kampf zwischen dem Pentagon und dem CIA berichten, der sich in Syrien abspielt.
 


 

Das Pentagon hingegen unterstützt beispielsweise die kurdischen Rebellen und die irakischen Streitkräfte mit Waffen und Fahrzeugen. Die kurdische Peschmerga-Miliz bekämpft allerdings auch im Norden Syriens neben ISIS auch die vom CIA gestützten Gruppierungen. Auf der Seite der Syrisch Arabischen Armee (SAA) kämpfen die Hisbollah-Milizen aus dem Libanon und dem Iran, die von der russischen Armee aus der Luft unterstützt werden. Zudem kämpft die irakische Armee zusammen mit der kurdischen Miliz in Syrien gegen Daesh und werden vom russischen Militär mit modernen Waffensystem, wie beispielsweise dem Flammenwerfer TOS, unterstützt.
 


 
Eine weitere Rolle im Proxywar des US-Geheimdienstes spielt die Freie Syrische Armee (FSA), die Mitte 2011 aus dem Nichts aufgetaucht ist und überwiegend als sunnitische Befreiungsarmee gegen das „Assad-Regime“ kämpft. Die vom Westen gestützte FSA geriet immer mehr in die Kritik, nachdem vermehrt Medienberichte über den Einsatz von Kindersoldaten berichtet wurde. Hinzu kommt , dass die vom türkischen Geheimdienst MIT trainierte Gruppierung immer wieder im Kampf gegen die kurdische Bevölkerung in Erscheinung geraten sind. Inzwischen ist diese Gruppierung in den Hintergrund gerückt und soll bereits in eine neue „Abschreckungs-Armee“ umgewandelt worden sein.
 

 

Die Autorin von „The Daily Beast“ geht davon aus, dass die unterschiedlichen Kräfte im Syrien-Krieg zu neuen Gruppen fusioniert werden, die man eindeutiger als Feind erkennen soll. Ob der Westen dann auch wieder unglaubwürdige Medienkampagnen starten wird und die barbusigen Femen mit einer streng-gläubigen sunnitischen Armee auf ein Foto bringt bleibt dann abzuwarten. Zu neuen Fusionen wird es spätestens dann kommen, wenn die US-Regierung einen gemeinsamen Standpunkt in der Syrien-Frage gefunden hat.
 


 

Von Christian Lehmann