Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing erhielt vom US-Verteidigungsministerium einen milliardenschweren Auftrag. Die Bomben der US Air Force sollen nun Nachrüstgeräte produziert werden, um die Trefferquote der Bomben zu verbessern. Mittels GPS- und JDAM-Technologie sollen die ungelenkten Bomben nun auch nach Abwurf lenkbar werden. Russlands Alternative ist aber bei weitem nachhaltiger und günstiger.

 

Nach Angaben der Technikportals Ingenieur.de hat Boeing Defense den Zuschlag vom Pentagon für die Produktion von JDAM-Geräten erhalten, um die miserable Trefferquote der amerikanischen Luftwaffe zu verbessern. Joint Direct Attac Munitions (JDAM) sind steuerbare Bomben, die auch nach Abwurf per Funk mit Daten versorgt werden können, um die Treffsicherheit auch aus 20.000 Metern Abwurfhöhe zu garantieren. Durch diese Technik soll eine Treffergenauigkeit von 5 Metern erreicht werden. Auch bewegliche Ziele wie Panzer oder Transporter sollen durch die satellitengestützte JDAM-Technologie treffsicherer bekämpft werden.

 

   

 
Bei JDAM-Geräten können die Zielkoordinaten auch nach dem Abwurf per Funk an die Bomben übermittelt werden. Ebenso sollen die Bomben mittels GPS-Satelliten Wetterdaten und die Geschwindigkeit des Flugzeugs und weitere ballistisch relevanten Daten mittels Funktechnik übermittelt bekommen, um somit die Treffsicherheit der Bombe positiv zu beeinflussen. Allerdings muss zur Treffsicheheit bis zu 5 Metern auch ein GPS-Signal verfügbar sein, andernfalls reduziere sich die Treffergarantie auf 30 Metern Genauigkeit.    
 


 
Weitere Alternative wäre es nach Angaben des Technikportals auf die Cruise-Missile Technik oder die Radar-Illuminierung des Ziels. Die erste Variante wurde allerdings aus Kostengründen verworfen und eine Radar-Zielortung garantiert bei schlechten Sichtbedingungen wie Nebel, Qualm oder Nachtt auch keine hohe Treffsicherheit. Insgesamt soll der satellitengestützte JDAM-Nachrüstungssatz jeweils 25.000 Dollar kosten, womit insgesamt 120 Bomben nachgerüstet werden können.

 

Russische Variante weitaus effizienter und günstiger

Das russische Militär setzte beim Syrien-Einsatz auf die SWP-24 und beeindruckte mit einer hohen Trefferquote. Die SWP-24-Technologie ermöglichte es ebenfalls die Bomben auch nach dem Abwurf noch mit ballistisch relevanten Daten zu füttern. Mittels Glonass-Satelliten konnte man den Flug der Bombe auch nach Abwurf steuern und somit die die Treffsicherheit positiv beeinflussen. Mit dem SWP-24 wurde ein spezialisiertes Berechnungs-Subsystem entwickelt, welches kontinuierlich die Position des Flugzeugs mit dem Ziel (mit Hilfe von Glonass-Satelliten) vergleicht und aktualisiert gleichzeitig die ballistisch relevanten Umweltdaten, womit die ungelenkte Bombe so präzise

 

 
Ebenfalls können die Daten von Aufklärungsflugzeugen und Bodenstationen in den Berechnungsprozess berücksichtigt werden. Das System berechnet daraus Geschwindikeit, Höhe und Kurs. Innerhalb dieser Hülle heraus wird die Bombe dann ausgelöst deren ungelenkter Flug dann ins Ziel fliegt – mit einer Treffersicherheit von 3-5 Metern. Dieses Upgrade ist sogar bei über 30 Jahren alten Bomben möglich.
 
Der große Unterschied ist, dass dieses System nicht in jede Bombe eingebaut werden muss, so dass nicht jede Bombe mit Kosten in Höhe von 25.000 Euro aufgerüstet werden muss, sondern nur das Flugzeug selbst wird mit diesem Upgrade ausgestattet. Hinzu kommt, dass der Pilot sich nicht um die Anvisierung des Ziels kümmern muss, sondern nur die Koordinaten des Ziels erfassen muss. Somit kann er sich auf die wesentlichen Flugaufgaben kümmern. Zudem funktioniert auch das System bei schlechten Wetterbedingungen, wie das Portal Vineyardsaker berichtet.
 
Von Christian Lehmann