Während Deutschland an einem Sicherheitssystem unter Einbeziehung Moskaus interessiert sei, wollen die USA Russland weiter einkreisen. Oskar Lafontaine kritisierte den auf einer Demonstration gegen die US-Basis Ramstein den Kurs der Bundesregierung. Dieser sei laut Lafontaine shizophren. Am Wochenende demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen die Ramstein Airbase.

 

Mit scharfen Worten kritisierte der ehemalige Wirtschafts- und Finanzminster Lafotaine den aktuellen Kurs der amerikanischen Sicherheitspolitik. Mit deutlichen Worten kritisierte der heutige Fraktionschef der Linkspartei im saarlandischen Landtag den aktuellen Kurs der Vereinigten Staaten. „Die Vereinigten Staaten sind ein Oligarchen-System, das weltweit auf Rohstoff und Absatzmärkte aus ist, die eben noch militärisch gewonnen werden sollten“, sagte Lafontaine in einem Interview mit KenFM am Set bei einer Demonstration gegen die US-Militärbasis in Ramstein.

 


 

Die USA wollen Lafontaine zufolge letztlich Russland weiter militärisch einkreisen, was für jeden offensichtlich sein müsste, wenn er auf die Landkarte schaue. Die Infographic von Planetery Strageties verdeutlicht dies in Zahlen ausgedrückt. Während die Deutschen ein weltweites System unter Einbeziehung Russlands wollen, kritisiert Lafontaine die Haltung der Bundesregierung zur amerikanischen Air-Base in Ramstein.
 

 

Für Lafontaine sei es „shizophren“, dass die Bundesregierung die Angriffskriege der Amerikaner weiter unterstütze, während man andererseits in der Flüchtlingskrise Edelmut demonstriere.
Trotz schweren Regens demnstrierten über tausend Friedensaktivisten gegen die amerikanische Militärbasis in Ramstein. Darunter auch der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm und der ehemalige verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion Willy Wimmer, der 33 Jahre dem Bundestag angehörte.

 

 
Die Airbase im rheinland-pfälzischen Ramstein ist eine der 800 weltweiten Militärbasen der Amerikaner. In den 1980er Jahren geriet die Ramstein Airbase durch den RAF-Bombenaschlag im Jahre 1981, bei dem zwanzig Personen zum Teil schwer verletzt wurden, und durch das Flugtagunglück von Ramstein im Jahre 1988, bei dem 70 Menschen starben, in die Schlagzeilen.

 

 

Insgesamt befinden sich über 42.000 US-Soldaten auf Grundlage des NATO-Truppenstatus in Deutschland. Die Ramstein Airbase gilt als eine der weltweiten Schaltzentralen der amerikanischen Angriffs- und Drohnenkriege, weswegen Friedensaktivisten immer wieder die Schließung des Standortes der Amerikaner fordern. Allerdings soll die Ramstein Airbase auch nach 2020 weiter bestehen.

 
Von Christian Lehmann