Die ukrainische TV-Journalistin Jelena Glischtschinskaja und ihr Kollege Witali Didenko haben der russischen Regierung für die Befreiung aus der Haft in ihrer Heimat gedankt. Die beiden waren in der Ukraine wegen „Separatismus“ inhaftiert worden und kamen am heutigen Dienstag frei.

 

Die Reporter wurden von Präsident Petro Poroschenko begnadigt und verließen noch am selben Tag die Ukraine. Im Gegenzug begnadigte Russlands Präsident Wladimir Putin zwei in Russland wegen Terrorismus verurteilte Ukrainer.

 

„Wir danken der Russischen Föderation, dass sie bei unserer Befreiung geholfen hat“, sagte Didenko nach seiner Ankunft in Moskau. Für ihn sei das eine Überraschung gewesen.

 

Glischtschinskaja war kategorischer: „Dass sich Russland in unseren Fall eingemischt und uns befreit hat, ist ein Wunder.» Sie habe erst am Vorabend von ihrer möglichen Haftentlassung erfahren und fühle sich jetzt recht frei.

 

Die Journalistin kam mit ihrem zwei Monate alten Baby nach Russland, das sie schon in der Haft geboren hatte. Ihre Haftbedingungen in der Ukraine bezeichnete sie als „unmenschlich“, ihr Kind müsse jetzt medizinisch behandelt werden.

 

Ihre beiden älteren Kinder musste sie bei den Großeltern in Odessa lassen. „Ich hätte meine Kinder und die Ukraine nie verlassen“, beteuerte die ehemalige Direktorin der Odessaer Fernseh- und Rundfunkgesellschaft „Swobodjaha Wolna“ („Freie Welle“). „Aber man stellte mich vor die Wahl: Entweder im Gefängnis bleiben oder das Land verlassen.“

 

„Politischer Prozess“

 

Jelena Glischtschinskaja war 2015 vom ukrainischen Geheimdienst festgenommen worden. Die Journalistin hatte sich für die Rechte nationaler Minderheiten in Odessa eingesetzt. Der Prozess gegen sie wurde nicht beendet und die Journalistin saß in U-Haft.  In Odessa hat sie zudem zwei minderjährige Kinder.

 

Witali Didenko, Chefredakteur des regierungskritischen Nachrichtenportals Infocenter war zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Die ukrainische Justiz wirft Glischtschinskaja und Didenko Separatismus und „versuchte Zerteilung der Ukraine“ vor. Unabhängige Beobachter bezeichneten die beiden als Polithäftlinge.

 

Glischtschinskaja und Didenko beteuern ihre Unschuld und bezeichnen den Prozess gegen sie als politisch. Ihre Inhaftierung verbinden die Journalisten mit der kritischen Einstellung zu der Kiewer Regierung. Didenko dazu: „Wir sind ukrainische Bürger, die eine alternative Sicht auf verschiedene gesellschaftspolitische Abläufe in unseren Land haben.“

 

Quelle: Sputniknews