Die Bürger der führenden europäischen Länder lehnen die Politik der Europäischen Union gegenüber Moskau ab. Das ergibt eine Studie des US-Forschungszentrums Pew Research Center.

 

An der Umfrage nahmen Bürger von zehn europäischen Ländern teil: Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen, Niederlande, Ungarn, Griechenland, Frankreich und Schweden. Auf diese Staaten entfallen 82 Prozent des gesamten EU-Bruttoinlandsproduktes. Die Bevölkerung dieser Länder ist laut der Umfrage mehrheitlich mit der EU-Außenhandelspolitik unzufrieden. Dabei gehe es nicht nur um die Beziehungen zu Moskau, sondern auch um die Migrationskrise, wirtschaftliche Probleme und Bedrohungen für die Sicherheit.

 

So unterstützen 89 Prozent der befragten Griechen feste wirtschaftliche Beziehungen mit Russland anstatt harter Außenpolitik. Danach kommt Ungarn mit 67 Prozent. In Deutschland sind es laut der Umfrage 58 Prozent, die für gute wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau eintreten. Der Durchschnittswert zeigt, dass die Europäer mehrheitlich die Zusammenarbeit mit Russland unterstützen: 48 Prozent sind dafür, 43 Prozent dagegen.

 

Anders sieht es jedoch bei den Schweden aus: 73 Prozent der Befragten sprachen sich für eine harte Politik gegenüber Russland aus.

 

Außerdem gaben die befragten Europäer die Terrorgruppierung „Islamischer Staat“ (auch Daesh, IS) als die größte Gefahr für ihre Sicherheit an. Am meisten wird der IS in Spanien gefürchtet – 93 Prozent der Befragten. In Frankreich sind es knapp weniger – 91 Prozent. Die zweitgrößte Gefahr ist aus Sicht der Europäer der Klimawandel. Als weitere Bedrohungen werden laut der Studie wirtschaftliche Instabilität und Cyberattacken angegeben.
Insgesamt nahmen an der Umfrage zwischen dem 4. April und 12. Mai etwa 11.500 Personen teil.