EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat zu einer unverzüglichen Bereinigung der Unstimmigkeiten zwischen Russland und der EU „um der Zukunft unserer Völker und Länder willen“ aufgerufen.

 

„Es sollte keine Illusionen in Bezug auf die Probleme geben, die aktuell unseren Beziehungen im Wege stehen“, sagte Juncker bei der Eröffnung des 20. Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. „Probleme sind da, es wäre auch gefährlich, sie außer Acht zu lassen. Wir müssen diese Unstimmigkeiten um der Zukunft unserer Völker und Länder willen unverzüglich bereinigen.“

 

Dafür sollten dem Politiker zufolge ehrliche Diskussionen über die Qualität der derzeitigen Beziehungen Russlands und der EU geführt werden. Beginnen solle man mit der „Erörterung der Minsker Vereinbarungen und einer Gewährleistung der Einhaltung der Normen des Völkerrechtes“.

 

Russland und die EU müssten „auch unter Berücksichtigung der Meinungsverschiedenheiten die Verantwortung für die Unterstützung von einheitlichen Normen, Regeln und Werten übernehmen“. Nur diese Werte könnten die Sicherheit hier und in der ganzen Welt gewährleisten, unterstrich Juncker.

 

„Es gibt Spannungen in unseren Beziehungen, wir müssen aber den Wirtschaftssanktionen zum Trotz den Dialog fortsetzen. Man muss  die Tür offen halten“, so der Appell des EU-Kommissionschef.

„Die Tatsache, dass ich heute hier bin, zeugt davon, dass ich Brücken schlagen will“, erklärte Juncker weiter und fügte hinzu: „Ich kenne Präsident Putin, wir kommunizieren oft und offen miteinander. Ich bin mir sicher, dass wir solche ehrlichen Gespräche fortsetzten werden.“

 

Die EU und Russland haben sich gemeinsam einer Reihe von Herausforderungen gestellt, erinnerte der Politiker. Dazu gehören der Kampf gegen den Terrorismus, das Atom-Abkommen mit dem Iran und die Regelung der Syrien-Krise.