Polen gilt innerhalb der NATO als einer der größten Scharfmacher gegen Russland. Warschau als Veranstaltungsort des NATO-Gipfels zu wählen, ist auch ein Zeichen Washingtons an Moskau – und an Berlin.
 
Am 8. und 9. Juli wird das NATO-Gipfeltreffen in Warschau stattfinden. Polens Verteidigungsminister Antoni Macierewicz nutzte dies im Vorfeld schon dafür, entsprechend pathetisch davon zu sprechen, dass dieses über «die Sicherheit der Länder Mittel- und Osteuropas entscheiden» könne, womit die «Sicherheit der gesamten NATO» tangiert sei. Die nationalkonservative polnische Regierung gilt als US-freundlich und russlandfeindlich.

 

Dementsprechend sprachen diese auch davon, dass der NATO-Gipfel ein klares Signal der Abschreckung gegen Russland sei. Weiters forderten sie von der NATO eine permanente «rotierende militärische Präsenz» in Mittel- und Osteuropa. Demnach soll laut «The Guardian» die NATO eine dauerhafte Stationierung einer «signifikanten Anzahl von Truppen und Material» in Polen und den baltischen Ländern beschließen.
 
Die Kriegstreiber in Warschau zeigen sich hierbei wieder einmal als Scharfmacher innerhalb des transatlantischen Militärbündnisses, welches ohnehin eine Eskalationsstrategie fährt. Denn die ständigen Militärmanöver direkt an der Grenze zu Russland, US-Kriegsschiffe in der Ostsee und die daraufhin erfolgte Umgruppierung der russischen Streitkräfte an die Grenze lassen die Spannungen steigen.
 
Natürlich darf die transatlantische Propaganda nicht fehlen. So werden die Kriegsspiele an der Grenze zu Russland als Antwort auf die «russische Aggression in der Ukraine» bezeichnet, obwohl es doch der Westen (in Form von USA und EU) war, der mit dem angeleierten Putsch in Kiew erst zu dieser Situation geführt hat, dass die Ostukraine rebelliert und sich die Krim in die Hände Moskaus begab.
 
Doch nicht nur Russland selbst ist das Ziel der NATO-Bemühungen – insbesondere jener von Washington und Warschau. Vielmehr geht es auch darum, ein deutsch-russisches Bündnis zu verhindern. Denn neben Teilen der deutschen Sozialdemokratie und der Linken, gibt es auch bei der aufstrebenden AfD Kräfte, die sich der bedingungslosen Westbindung Deutschlands nicht (mehr) fügen wollen. Selbst in der sonst so transatlantischen Union mehren sich die kritischen Stimmen. Doch Polen will dies um jeden Preis verhindern, zumal man sich bei der Annäherung von Berlin und Moskau an den Hitler-Stalin-Pakt erinnert.
 
Nun stellt sich die Frage, ob Warschau mit angelsächsischer Unterstützung wie schon einmal wieder einen Krieg provozieren wird, bei dem sich schlussendlich wieder Deutsche und Russen als Feinde gegenüberstehen? Parallelen existieren bereits, zumal auch damals wie heute enge Verbindungen zwischen den Deutschen und den Angelsachsen bestehen und die Deutschen erneut gegen Russland in Stellung gebracht werden sollen.

 

 

Von Marco Maier