Präsident Wladimir Putin hat die Nato beschuldigt, mit der hemmungslosen Osterweiterung und dem Aufbau des Raketenschildes auf die russischen Interessen gepfiffen zu haben.

 

„Die Sowjetunion gibt es nicht mehr, der Warschauer Pakt hörte auf zu existieren. Dennoch expandiert die Nato-Infrastruktur immer weiter“, konstatierte Putin am Freitag beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg.

 

„Wozu muss die Nato-Infrastruktur immer näher an die russischen Grenzen? Nun wird schon Montenegro aufgenommen. Wer bedroht Montenegro?“ Ein weiteres großes Problem sei der einseitige Rücktritt der USA vom Raketenabwehrvertrag, der das strategische Gleichgewicht garantiert habe, so Putin. „Das ist eine absolut ignorante Haltung gegenüber unseren Positionen. In Bezug auf alles.“

 

Putin mutmaßte, dass die Nato immer nach einem äußeren Feind suche, um die eigene Existenz zu rechtfestigen. Russland habe eine ganz andere Logik: Suche nach Kompromissen. Wenn aber die Nato ihr Potenzial vor Russlands Grenzen wäre aufstocke, könnte es zu einem neuen Kalten Krieg kommen.