Neue Terror-Razzien in Belgien: Einsatzkräfte haben zwölf Personen festgenommen, die Attentate geplant haben sollen. Angeblich wollten sie beim Spiel Belgien gegen Irland am Samstag zuschlagen.

 

Bei einem großen Anti-Terror-Einsatz haben belgische Sicherheitskräfte zahlreiche Verdächtige festgesetzt. Zwölf Personen seien festgenommen und 40 Menschen vernommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag in Brüssel mit.

 

Dutzende Häuser und Garagen in 16 Gemeinden in ganz Belgien seien in der Nacht auf Samstag durchsucht worden – darunter auch in der als Islamisten-Hochburg bekannten Brüsseler Gemeinde Molenbeek. Ein Ermittlungsrichter sollte im Laufe des Tages entscheiden, ob die zwölf Festgenommenen in Haft bleiben.

 

Es seien keine Waffen oder Sprengstoff gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Ermittlungsergebnisse hätten jedoch ein «unmittelbares Einschreiten» erfordert.

 

Dem TV-Sender VTM zufolge stehen die Festgenommenen im Verdacht, für dieses Wochenende einen Anschlag in Brüssel geplant zu haben, und zwar während des Fußballspiels der belgischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Frankreich. Das Team tritt am Samstagnachmittag in Bordeaux gegen die Auswahl Irlands an.

 

Die belgische Zeitung «Le Soir» berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, potenzielle Ziele seien Public-Viewing-Zonen, wo Fans sich EM-Spiele anschauen, oder andere stark belebte Orte wie Einkaufszentren und Bahnhöfe. Der Sender RTBF berichtete, das belgische Krisenzentrum habe am Freitag verstärkten Schutz für einige Regierungsmitglieder angeordnet, darunter Ministerpräsident Charles Michel.

 

Bereits am Freitagabend hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Behörden im Zusammenhang mit den verheerenden Brüsseler Terroranschlägen einen Mann in Haft genommen haben. Dem 30-Jährigen werden «terroristische» Morde und Mordversuche vorgeworfen. Zudem werde er verdächtigt, an einer terroristischen Vereinigung beteiligt zu sein. Den Namen des Verdächtigen gaben die Behörden mit Youssef E.A. an.

 

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