Bulgariens Spitzenpolitiker lehnen den aktuellen Anti-Russland-Kurs der NATO ab. Bulgarien sollte ein Teil der Schwarzmeer-Flotte gegen Russland bilden, doch nach Angaben von der russischen Agentur RIA Novosti leht Bulgarien eine solche Militärpräsenz ab.

 

Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow erteilte dem geplanten NATO-Konzept im Hinblick auf die Schwarzmeer-Flotte eine Absage. Zusammen mit Rumänien und der Türkei sollte Bulgarien das Rückgrat einer militärischen Schwarzmeer-Flotte gegen Russland bilden. Prinzipiell wechsle Bulgarien nun nicht die Seite, jedoch lehnt die bulgarische Spitze militärische Konfrontationen auf dem Schwarzen Meer gegen Russland ab, wie RIA Novosti am Wochenende berichtete.

 


 
Wie RIA-Novosti-weiter berichtete sind sich sowohl Ministerpräsident Borissow, Verteidigungsminister Nencho sowie der Präsident Pevneliev in diesem Kurs einig. Bulgarien sei ein friedliches Land und die Außenpolitik richte sich gegen niemanden. Stattdessen wollen sie mit Russland weiter auf wirtschaftlicher Ebene kooperieren. Als Beispiel wurde der Tourismus genannt. Immer Sommer werden Regionen wie der Goldstrand in Bulgarien immer noch gerne von Russen besucht und man möchte im Gegensatz zum derzeitigen NATO-Trend das Schwarze Meer mehr für den Tourismus attraktiv machen.
 

 
Bulgarien trat im Zuge der Osterweiterung im Jahre 2004 der NATO bei, im Kalten Krieg war Bulgarien Mitglied des Verteidigungsbündisses Warschauer Pakt. Im Jahre 2007 trat Bulgarien zusammen mit Rumänien der Europäischen Union bei. Im Gegensatz zu den baltischen Staaten oder Rumänien lässt sich Bulgarien nicht von der „russischen Gefahr“ anstecken.

 

Von Christian Lehmann