Die Beziehungen zwischen Russland und Iran sind seit diesem Jahr ausgezeichnet. Beide agieren in Syrien als gemeinsamer Partner und die wirtschaftlichen Beziehungen verbessern sich stetig. Aber dennoch existieren Risken, wie das Russian Institute of Strategic Studies (R.I.S.S) analysierte. Dennoch gibt es Risiken zu bewältigen.

 

Die russische Föderation und die Islamische Republik Iran haben viele Gemeinsamkeiten. Beide agieren gemeinsam als militärische Partner im Syrien-Krieg, aber im Energieexport konkurrieren beide Länder als Konkurrenten, womit in Zukunft auch Herausforderungen bestehen, die Risiken zu meistern. Die Kluft in der iranischen Elite stellt ein weiteres Risiko dar, wie der Analyst Andrew Korybko von Sputnik international auf dem Portal RISS beschreibt. Diese ist gespalten in moderate und konservative Gruppen.
 

 
  Aber dennoch versuchen beide Staaten auf dem Energiesektor als Partner zu agieren, beispielsweise durch den gemeinsamen Bau von Öl- und Gaspipelines, um somit eine gemeinsame Infrastruktur in Asien und Europa zu schaffen, um den Energiebedarf dort zu befriedigen. Künftig plane man einen freundlichen Wettbewerb.  
 


 
Durch die erfolgreichen Iran-Gespräche in Wien zu Jahresbeginn, ist der Iran wieder auf dem westlichen Markt tätig. Irans Präsident sprach von einem großartigen Sieg für die iranische Nation.
Auch mit Deutschland blickt der Iran optimistisch in die Zukunft, wie es in der iranischen Botschaft in Berlin heisst. Laut dem CIA-Factbook leben im Iran insgesamt 81 Millionen Menschen, mehrheitlich aus Muslimen, wo Shiiten mit über 90 Prozent die Mehrheit bilden, während man die Zahl der Sunniten auf etwa fünf bis 10 Prozent schätzt.
 
Seit der iranischen Revolution im Jahre 1979 ist der Iran eine theokratische Republik, dessen Geistliches Oberhaupt Ali Chamenei ist. Die Wirtschaft ist weitestgehend verstaatlicht, wobei seit dem Jahre 2001 auch Privatisierungsmaßnahmen erfolgen. Künftig soll der Tourismus im Iran eine größere Rolle spielen. Dennoch ist eine Verwestlichung des Irans Korybko zufolge nicht zu erwarten. Zwischen Russland und dem Iran boomt seit diesem Jahr auch der Fremdenverkehr.
 
Russland kooperiert mit dem Iran nun auch im Einvernehmen der Wiener Atombehörde im zivilen Nuklearsektor. RIA Novosti berichtete auf der Atomexpo 2016, dass Russland den Ankauf von schwerem Wasser (Deuteriumsoxid) aus dem Iran plane. Militärisch wird der Iran ebenfalls von Russland ausgerüstet. Im saudisch-iranischen Konflikt Anfang des Jahres verhielt sich Russland neutral und ging somit Interessenskonflikte aus dem Weg. Auch Saudi-Arabien verfolgt eine russlandfreundliche Politik und ist am Ankauf von Rüstungsgütern interessiert.

Insgesamt sind die Beziehungen zwischen Russland und dem Iran seit diesem Jahr ausgezeichnet, wie auch der iranische Außenamtssprecher auf IRIB bereits vor zwei Monate erklärte. Ungleiche Partner, mit gemeinsamen Interessen. Auch dem geopolitischen Schachbrett in Nahost konnte Russland im Vergleich zu den USA weiter an Raum gewinnen. Allerdings besteht hierbei die Gefahr, dass die Vereinigten Staaten versuchen eine Konfliktlage zwischen beiden Staaten herbeizuführen, um diese Situation für sich zu nutzen.
 
Von Christian Lehmann