Die Türkei verweigert syrischen Flüchtlingen die Ausreise nach Deutschland, selbst dann, wenn diese ein deutsches Visum haben, wie der Fernsehsender N24 am Dienstag berichtet. Gut jeder siebte Syrer mit Einreisegenehmigung für Deutschland sei an der Ausreisegenehmigung der Türkei gescheitert.

 

Im Rahmen des Flüchtlingsdeals sollten syrische Migranten eigentlich legal nach Deutschland kommen können. Seit Inkrafttreten des Flüchtlingsabkommens zwischen Brüssel und Ankara haben die türkischen Behörden laut Informationen des TV-Senders jedoch schon 52 Flüchtlingen die Ausreise verweigert: Und zwar völlig ohne Angabe von Gründen.

 

„Gründe für die Verweigerung einer Ausreisegenehmigung wurden bisher nicht genannt», wird ein Sprecher des Bundesinnenministeriums von N24 zitiert.

 

292 weiteren Syrern sei die Ausreise allerdings genehmigt worden. Diese seien seit April nach Deutschland übersiedelt.

 

Die syrischen Flüchtlinge werden von der türkischen Migrationsbehörde zur Ausreise ausgewählt. Danach durchlaufen sie Prüfungen und erhalten dann das Visum. Doch der letzte und schließlich entscheidende Schritt ist die Ausreisegenehmigung von türkischer Seite. Nach Informationen Der Welt ist an der Ausreisegenehmigung also gut jeder siebte Flüchtling gescheitert, trotz der bereits erhaltenen Einreisegenehmigung für Deutschland.

 

Zuvor hatte Der Spiegel berichtet, die Türkei behindere speziell Akademiker und hochqualifizierte Syrer an der Ausreise. Stattdessen schicke Ankara auffallend viele „schwere medizinische Fälle“ oder „Flüchtlinge mit sehr niedriger Bildung“. Die türkische Migrationsbehörde soll demnach bei einem Treffen in Ankara zugegeben haben, dass hochqualifizierte Flüchtlinge nicht ausreisen sollten.