Der Kampfjet MiG-35 bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf Tests im Interesse der russischen Luftwaffe vor. Experten loben seine modernen Ausrüstungen und seine Effizienz.
 
Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag unter Berufung auf den Flugzeugbauer MiG berichtet, sollen die ersten MiG-35-Maschinen, die im Interesse der russischen Luftwaffe gebaut wurden, vor Jahresende in den Himmel steigen. Ihnen stehen Testflüge bevor.

 

Der russische Branchenexperte Andrej Fomin erläuterte, die MiG-35 sei ursprünglich im Hinblick auf einen zehn Milliarden schweren indischen Großauftrag konzipiert worden:

 

„Bei jener Ausschreibung konnte das russische Jagdflugzeug die Vorrunde passieren und galt als einer der Favoriten, verlor jedoch im Finale gegen die französische Rafale – eher aus politischen als aus technischen Gründen. Denn im Rahmen seiner Gesetze kann Indien nicht alle Waffensysteme und Militärtechnik bei einem Lieferanten kaufen. Und der MiG-Konzern hatte schon 45 bordgestützte Jagdflugzeuge des Typs MiG-29K/KUB an die indischen Kriegsmarine geliefert.“

 

 

Fomin sagte weiter, die MiG-35 dürfe als Kampfjet der neuen Generation bezeichnet werden und zähle mit ihren modernen elektronischen Ausrüstungen „zu den effizientesten Jagdflugzeugen der Welt“.

 

„Im Cockpit gibt es keine analogen Geräten mit Zeigern – nur multifunktionale Flüssigkristallanzeigen. Der Kampfjet bekommt neue Triebwerke RD-33MK des in St. Petersburg ansässigen Herstellers Klimow. Die Schubleistung ist dabei acht Prozent größer im Vergleich zu den Serientriebwerken RD-33, mit denen MiG-29-Maschinen ausgestattet wurden“, so Fomin.

 

 

Die MiG-35 soll ein aktives Phased-Array-Radar bekommen. Dieses hat eine Reichweite von 140 Kilometer und kann 30 Ziele im Visier behalten – sechs davon können zeitgleich angegriffen werden. Das Radar ist außerdem in der Lage, taktische Daten an andere Flugzeuge weiterzuleiten, im Sinne der elektronischen Kampfführung zum Einsatz zu kommen und die Gegend kartografisch zu erfassen.

 

Dank der neuen Radaranlage steht die Maschine jenen Kampfjets nahe, die zur 5. Generation zählen. Laut Entwicklern soll die MiG-35 in der Lage sein, sowohl luft- als auch boden- und seegestützte Ziele anzugreifen. Sechs Tonnen Munition können mitgeführt werden.

 

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T-50 — Russlands Kampfjet der Zukunft

 

Wladimir Michajlow, Top-Manager der russischen Flugzeugbau-Holding UAC, hatte zuvor mitgeteilt, dass die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an der MiG-35 im Jahr 2017 zu Ende gehen sollen. Im Jahr 2018 sollen dann Lieferungen an die russische Luftwaffe beginnen.

 

Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin sagte nun dem Blatt: „Die geplanten Testflüge im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms für die russische Luftwaffe zeugen davon, dass Russland nicht nur schwere T-50-Jäger der 5. Generation bekommen soll, sondern auch leichtere Maschinen mit sehr hohen Kampf-Möglichkeiten. Ihr Preis könnte sich als deutlich niedriger erweisen – bei einer vergleichbaren Effizienz. Dies ermöglicht Chancen auf eine ziemlich massive MiG-31-Produktion.“