Die von den USA und der EU gegen die Schwarzmeerhalbinsel Krim und deren Einwohner verhängten Sanktionen sind unmenschlich und ungerecht, wie die amerikanische Ex-Diplomatin und Armee-Veteranin Mary Ann Wright im Rahmen eines Treffens einer US-Delegation von gesellschaftlichen Aktivisten mit der Verwaltung der Krim-Hauptstadt Simferopol äußerte.

 

Am Dienstag ist auf die Krim eine Delegation von zehn gesellschaftlichen Aktivisten aus den USA eingereist. Sie wird von der Präsidentin und Mitgründerin des „Center for Citizen Initiatives“ für Kooperation und Beziehungen zwischen den USA und Russland,  Sharon Tennison, angeführt.

 

„Ich habe folgende Frage: Welche Austauschprogramme könnten wir zusammen in Gang setzen? Wir sind gesellschaftliche Vertreter aus verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten – Washington, Kalifornien, New York, Oregon. Wir sind kooperationsbereit und wollen allen dort draußen vermitteln, dass diese Sanktionen unmenschlich und ungerecht sind“, sagte Wright, die einst Oberst der US-Armee und dann auch Diplomatin und stellvertretende Botschafterin in Afghanistan war.

 

Am Vorabend des US-Einmarsches in den Irak im März 2003 ist sie aus Protest gegen Bushs Außenpolitik zurückgetreten.

 

„Bei unserem Besuch hier, auf der Krim, bin ich vor allem über die von den USA und der EU auferlegten Sanktionen besorgt, die die Krim isolieren“, fügte sie hinzu.

 

Am 17. Juni hatte Brüssel seine Sanktionen gegen die russische Schwarzmeerhalbinsel Krim um weitere zwölf Monate, bis zum 23. Juni 2017, verlängert. Der EU-Rat begründete die Entscheidung mit der Nichtanerkennung des Beitritts der Halbinsel zu Russland.

 

Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und der EU hatten sich nach dem nationalistisch geprägten Umsturz in der Ukraine von 2014 verschlechtert.

 

Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und – auf ihr Drängen hin – die EU in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Moskau konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln aus den Ländern, die zuvor Sanktionen gegen Russland verhängt hatten.

 

Die Krim war im März 2014 — nach gut zwei Jahrzehnten in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit von mehr als 90 Prozent dafür gestimmt hatte.

 

Anlass für das Referendum war der Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition den Präsidenten Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung aufgestellt hatte. Die USA und die EU-Staaten erkannten den dubiosen Machtwechsel in Kiew sofort an, jedoch nicht den Volksentscheid auf der Krim. Als Reaktion verhängten sie Sanktionen.

 

 

Quelle: Sputniknews