Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, hat den Artikel in der Zeitung „Die Zeit“, in dem der Autor Theo Sommer zur Anerkennung der Krim als Teil Russland aufruft, scharf verurteilt.

 

In dem Artikel vom 21. Juni rief der Kolumnist und ehemalige Chefredakteur der „Zeit“ dazu auf, eine Verschärfung der Spannungen zwischen dem Westen und Russland zu vermeiden. Der Journalist stimmte der Meinung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zu, der der Nato das weitere Anheizen der Lage durch „lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul“ nahe Russlands Grenzen vorwarf.

 

Sommer rief den Westen zudem auf, die Halbinsel Krim als Teil Russlands anzuerkennen. Er erinnerte die Leser daran, dass die Krim noch unter Katharina der Großen russisch war.

 

„Kein Kremlherrscher wird sie (die Schwarzmeerhalbinsel – Anm. d. Red.) je wieder hergeben, auch wenn der Westen deswegen noch 50 Jahre lang Sanktionen verhängt“, schrieb Sommer in seinem Artikel.

 

Der Artikel rief scharfe Kritik seitens der Botschaft der Ukraine in Deutschland hervor. „Es ist erschreckend, welch dunkle Geister der jüngste Vorstoß von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Bezug auf Russland heraufbeschworen hat. Besonders sticht ein Kommentar des langjährigen Chefredakteurs und Herausgebers der Wochenzeitung Die Zeit, Theo Sommer, hervor“, schrieb Melnyk in einem Gastbeitrag in derselben Zeitung.

Der Botschafter warf Sommer vor, er habe versucht, in der Geschichte „einen Vorwand für heutige Grenzverschiebungen“ zu suchen. Der Anschluss der Krim erfolgte, behauptet Melnyk, auf gewaltsamem Wege. Damit habe der russische Präsident Wladimir Putin „einen Rechtsbruch begangen, der die gesamte europäische Nachkriegsordnung umstoßen kann“.

 

Sommers Vorschlag zur Anerkennung der Eingliederung der Krim in Russland sei daher „unverantwortlich und zynisch“.