Kanzlerin Merkel soll die Briten aus der EU getrieben haben, sagt AfD-Vize Gauland. Er macht die Politik der Bundesregierung für den Brexit verantwortlich. Will die Partei jetzt einen Dexit vorantreiben?
 

Die AfD sieht die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Hauptgrund für den EU-Austritt Großbritanniens. „Ich glaube, Frau Merkel hat mit ihren offenen Grenzen die Briten aus der Europäischen Union vertrieben“, sagte Partei-Vize Alexander Gauland am Freitag in Berlin nach dem Votum der Briten für ein Verlassen der Union.

 
Gleichzeitig betonte er, die AfD wolle jetzt keine Kampagne für einen EU-Austritt Deutschlands starten. Besser wäre es, die EU würde sich zurückentwickeln, hin zu einer reinen Wirtschaftsunion. „Ich denke, die Briten haben sich für die direkte Demokratie entschieden. Ich glaube, dass es gut ist, dass sie das getan haben“, fügte er hinzu. Trotzdem bedauere die AfD den Austritt Großbritanniens, weil die Briten in den vergangenen Jahren stets pragmatisch gehandelt und vernünftige Reformansätze präsentiert hätten.

 

Der AfD-Fraktionsvorsitzende in Thüringen, Björn Höcke, forderte dagegen als Konsequenz aus dem Brexit-Votum eine Volksabstimmung über einen Verbleib Deutschlands in der Union.

 

„Mit dem Austritt aus der EU haben die Briten den Weg des kollektiven Wahnsinns verlassen und sich für Demokratie und Volkssouveränität entschieden“, erklärte Höcke.

 

 

Höcke, der dem rechtsnationalen Parteiflügel zugerechnet wird, sprach von einem „Freudentag für Europa“. Der Thüringer Landeschef sagte: Ich weiß, auch das deutsche Volk will mehrheitlich raus aus der EU-Sklaverei.“