Der Brexit wird sowohl die EU-Beitrittsverhandllungen der Türkei als auch die Beilegung des Zypernkonflikts beeinflussen, wie der Vizechef der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) Öztürk Yılmaz in einem Interview für Sputnik sagte.

 

Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung nannte Yılmaz einen „historischen Moment» und zeigte sich sicher, dass es zur weiteren Schwächung der türkischen Positionen im EU-Beitrittsgesprächen und somit zur zeitlichen Verschiebung des türkischen EU-Beitritts beitragen wird.

 

„Wir beobachten einen Prozess der Marginalisierung der europäischen Politik und der Radikalisierung von liberalen und konservativen politischen Kräften in Europa. In diesem Prozess spielen zweifellos solche Faktoren wie die Flüchtlingskrise und der Aufstieg der fremdenfeindlichen Stimmung in der Gesellschaft eine wesentliche Rolle», sagte er.

 

Laut Yılmaz wird der Austritt Großbritanniens  aus der EU auch die  Beilegung des Zypernkonfliktes beeinflussen, da es im Verhandlungsprozess nicht nur als EU-Mitgliedsland, sondern auch als ein Garant auf Zypern aufgetreten ist. Nach der  Volksabstimmung werde sich die britische Auffassung des Zypernkonflikts ändern, so Yılmaz.

 

Im  Großen und Ganzen werden sich die Folgen des EU-Austritts sowohl innerhalb Großbritanniens und der EU als auch in der ganzen Welt spürbar machen, da nun die Rede von einem Land sein werde, das nicht als Bestandteil der EU agiere, betonte Yılmaz.