Rund 7000 Bootsflüchtlinge sind am Donnerstag und Freitag bei Einsätzen im Mittelmeer gerettet worden. Am Freitag wurden bei neun verschiedenen Einsätzen unter der Regie der italienischen Küstenwache 2100 Migranten in Sicherheit gebracht. Die Geretteten befanden sich an Bord von drei Schiffen und sechs Schlauchbooten, teilte die Küstenwache mit.

 

Am Donnerstag waren über 5000 Migranten in Sicherheit gebracht worden. Damit sei binnen eines Tages die sonst in einer Woche übliche Zahl an geretteten Flüchtlingen erreicht worden, sagte ein Mitarbeiter der Küstenwache.
 
55.563 Bootsflüchtlinge in Italien seit Jahresbeginn
 
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hat Italien seit Jahresbeginn bis Mittwoch die Ankunft von 55.563 Migranten gezählt. Während der Flüchtlingszustrom nach Griechenland nach der Schließung der Balkanroute und im Zuge des Abkommens der EU mit der Türkei zurückging, steigt die Zahl der Bootsflüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Italien gelangen wollen. Es handelt sich dabei vorwiegend um Afrikaner.
 
Die europäische Grenzschutzagentur Frontex schätzt, dass heuer rund 300.000 Bootsflüchtlinge von Libyen aus über das Mittelmeer in die EU kommen werden. «Wir gehen von 10.000 Ausreisen pro Woche aus Libyen aus», wurde Frontex-Direktor Klaus Rösler in der Vorwoche in der deutschen «Bild» zitiert.