Um die teuren EU-Handelssanktionen zu umgehen, bauen deutsche Unternehmen eigene Fabriken direkt in Russland auf und investieren viel Geld in diesem Land. Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf einen Statistikbericht der Deutschen Bundesbank schreibt, siedeln sich immer mehr deutsche Unternehmen in Russland an.

 

Laut der Zeitung dürfte in diesem Jahr ein neuer Rekord bei den Direktinvestitionen aus Deutschland erreicht werden. Im ersten Quartal belief sich der Betrag auf 1,1 Milliarden Euro. Im gesamten Jahr 2015 hatte die Summe 1,78 Milliarden Euro erreicht.

 

Der Landmaschinenhersteller Claas hat 120 Millionen Euro in ein neues Werk im südrussischen Krasnodar investiert. Der mittelständische Naturarzneimittelhersteller Bionorica will in Woronesch (Mittelrussland) für 30 Millionen Euro eine neue Produktion aufbauen. Der Lebensmittelkonzern DMK (Deutsches Milchkontor) steht vor der Übernahme eines russischen Konkurrenten.

 

Der niedrige Rubelkurs macht Investitionen preiswert. Zudem sind für Investoren Sonderkonditionen vorgesehen: Wer mindestens zehn Millionen Euro in Russland investiert, sich zu zehn Jahren Verbleib im Land verpflichtet und in eine neue Produktion investiert, die es so bislang in Russland nicht gibt, erhält einen Sonderinvestitionsvertrag.

 

Der Mähdrescher-Produzent Claas war unlängst das erste ausländische Unternehmen, das einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet hat.