Das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei hat einen drastischen Anstieg der Zahl der Flüchtlinge verursacht, die von dem lebensgefährlichen Weg über das zentrale Mittelmeer Gebrauch machen, wie der Nachrichtensender N24 unter Berufung auf die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Dienstag berichtet.

 

Laut Frontex-Chef Fabrice Leggeri ist die zentrale Mittelmeerroute „so stark frequentiert wie noch nie».

 

«Mittlerweile kommen aus Libyen 13- bis 14-mal mehr Flüchtlinge nach Italien als Migranten aus der Türkei nach Griechenland», sagte er. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte zwischen Libyen und Italien übersteige in diesem Jahr die aller anderen illegalen Grenzübertritte in die EU.

 

Dabei sollen immer mehr Schlepperboote aus Ägypten in Richtung Europa fahren, obwohl eine solche Reise besonders gefährlich sei und mehr als zehn Tage in Anspruch nehmen könne, so Leggeri.

 

Bei einem solchen Tempo müsse man im laufenden Jahr mit 300.000 Einwanderern rechnen, die aus Westafrika in die nördlichen Maghreb-Staaten fliehen würden, um weiter nach Europa zu reisen, so Leggeri weiter.

 

Deshalb lobte Leggeri den Vorschlag der EU-Kommission, den Flüchtlingen mehr Möglichkeiten zur legalen Einreise in die EU zu gewähren: Erstens würden die Migranten dadurch  geschützt und zweitens könne den Terroristen und  Kriminellen die Einreise verwehrt werden. Für vorstellbar hält er «humanitäre Sonderflüge aus den Flüchtlingscamps im Libanon, in der Türkei oder in Jordanien» nach Europa.