Nach dem Brexit-Votum kann sich die EU auf nur zehn Mitgliedsstaaten reduzieren, wie der estnische Ex-Premier und Präsidentschaftskandidat Siim Kallas meint.
Die EU steht dem Politiker zufolge nun vor einer Zeit der Instabilität, in der schnelle Veränderungen zu erwarten sind, auf die man adäquat reagieren muss.

 

„Das schlimmste Szenario wäre, dass sich die EU auf etwa zehn Staaten reduziert, den anderen wird eine Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftszone vorgeschlagen“, so Kallas gegenüber dem Nachrichtenportal der estnischen Rundfunkanstalt ERR.

Estland müsse nun auch seine eigene Position sowohl gegenüber Großbritannien als auch gegenüber der EU neu definieren.

 

„Wenn wir eine stärkere EU brauchen, müssen wir einen härteren Umgang mit Großbritannien unterstützen, allerding muss die richtige Balance angesichts unserer Interessen im Sicherheitsbereich gefunden werden“, so der estnische Politiker weiter.

Das Parlament in Estland wählt am 29. August einen neuen Präsidenten. Ab dem 25. August können die Parteien ihre Kandidaten nominieren. Kallas wird als Kandidat der wirtschaftsliberalen Estnische Reformpartei Reformierakond gehandelt.

Am vergangenen Donnerstag hatten sich 51,9 Prozent der Briten bei der Volksabstimmung für einen Ausstieg aus der EU ausgesprochen. Daraufhin kündigte Premier David Cameron seinen Rücktritt an. Jüngsten Meldungen zufolge soll sein Nachfolger schon Anfang September feststehen.