Der grausame Anschlag auf den Attatürk-Flughafen in Istanbul ist „Resultat der unbedachten Handlungen der türkischen Politiker“ in den vergangenen Jahren, wie der Politologe und Chefredakteur der iranischen Zeitschrift „Al Vafag“, Mosib Naimi, im Sputnik-Interview sagte.

 

„Es gibt zweifelsohne mehr als eine Erklärung dafür, warum die Türkei in diese Gefahr geriet. Das Land muss jetzt eine ganze Reihe seiner eigenen politischen Fehlhandlungen ausbaden, die es für richtig gehalten hatte“, so Naimi.

 

Die Türkei sei ihren eigenen Fantasien zum Opfer gefallen. Sie habe geglaubt, diese seien Realität gewesen.

 

„Als die Türkei sich in die Syrien-Krise einmischte und den Terroristen den direkten Weg nach Syrien öffnete, glaubte sie per Nato-Unterstützung heil davonzukommen und gegen die Beschuldigungen immun zu sein. Aber es bestand immer die Möglichkeit, dass Ankara dafür zahlen müssen wird“, sagte der Politologe weiter.

Es sei nicht so wichtig, wer den Anschlag auf den Flughafen von Istanbul ausgeführt hat. Viel wichtiger sei, dass Ankaras Wahrnehmung der Ereignisse in der Region falsch war. Dieser Kurs sei noch unter Ex-Ministerpräsident Ahmet Davutoglu entstanden.

 

„Der Iran ist wegen der Ereignisse in der Türkei äußerst besorgt, da die Instabilität und Unsicherheit in diesem Land auch auf Nachbarn übergreifen kann. Wir hoffen sehr, dass dieser schreckliche Terroranschlag sie dazu bringen wird, ihre Handlungen und Politik zu revidieren“, schloss der iranische Politikexperte.

Drei Explosionen sollen sich gegen 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) am Eingang, am Ausgang und am Parkplatz des internationalen Terminals des Flughafens Istanbul ereignet haben. Drei Angreifer schossen laut jüngsten Angaben von dem türkischen Premierminister Binali Yıldırım um sich und verübten Selbstmordattentate.