Die Türkei hat vor, ihre Syrien-Strategie zu revidieren und auf eine unmittelbare Unterstützung für die militante Opposition zu verzichten, heißt es in einem Beitrag in der „Financial Times“ am Samstag. Die neuen Ziele von Ankara in Syrien werden der Kampf gegen kurdische Gruppen und gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (Daesh) sein.

 

Die Zeitung beruft sich dabei auf Diplomaten sowie auf syrische Oppositionskreise.

 

„Nach mehreren Jahren verderblicher Allianzen, des Handelsrückgangs und einer Zunahme von Terrorangriffen fühlt Ankara seine Isolation auf internationaler Ebene“, so das Blatt.

 

Zur gleichen Zeit kämpfe die Türkei innerhalb des Landes gegen die Kurdenbewegung und gegen den „Islamischen Staat“.

 

Eine Aufforderung zur Annäherung an Russland und zur Änderung der Syrien-Strategie könnte der Anschlag am Flughafen Istanbul gewesen sein, für den die Behörden den „Islamischen Staat“ verantwortlich machen. Während Diplomaten eine eventuelle Änderung des außenpolitischen Kurses des Landes misstrauisch beäugen, greifen regierungstreue Zeitungen zu einer neuen Rhetorik, heißt es ferner.

 

Vor dem Hintergrund der entstanden Lage werde die Türkei ihre Prioritäten in Syrien allmählich auf andere Ziele verlagern, so der Türkei-Experte Aaron Stein vom Atlantic Council in Washington. Das Hauptanliegen werde von nun an nicht nur der Kampf gegen die Kurden, sondern auch gegen den IS sein. Eine Unterstützung von Seiten Moskaus sei dafür nötig.

 

Die „Hauptleidtragenden“ dieser Veränderungen könnten radikale Islamistengruppen werden, die zuvor die türkische Unterstützung genossen.