Der einstige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer (Grüne), hat die Russland-Politik seiner Partei scharf angegriffen, schreibt die „Frankfurter Rundschau“.

 

Volmer wirft den Grünen in einem offenen Brief vor, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dämonisieren und „Nato-Parolen geschmeidig herunterzubeten“. Dadurch wachse die Eskalationsgefahr. Es sei „eine Schande für eine Friedenspartei“, dass sie dazu „in Schweigen erstarrt“.

 

Zwar sei es richtig, Putin kritisch zu betrachten, so Volmer. Sein Bild in Deutschland sei aber „einseitig“. Man solle auch nicht außer Acht lassen: „Die große Mehrheit der Russen will ihn.“

 

Der frühere Abgeordnete stellt fest:

 

„Putin ist keine Leitfigur für eine libertäre Demokratie. Aber er ist kein Kriegstreiber.“

 

Vor allem gebe es „keinen ernsthaften Grund anzunehmen, dass Russland (sich) Polen oder die baltischen Staaten einverleiben will. Eine falsche Bedrohungsanalyse ist genauso gefährlich wie eine richtige Bedrohung.“ Volmer fragt deshalb:

 

„Warum schweigt Ihr – von Einzelstimmen abgesehen – zur Eskalation an der Ostgrenze von Nato und EU?“