Ankara ist laut dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu auf eine Zusammenarbeit mit Russland im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) eingestellt, die Öffnung der Basis Incirlik für die russische Luftwaffe kommt dabei jedoch nicht in Frage.

 

Zuvor hatte der Sender TRT berichtet, dass Çavuşoğlu eine mögliche Nutzung von Incirlik durch russische Militärs für den Anti-Terror-Einsatz in Aussicht gestellt hatte.

 

„Das habe ich nicht gemeint (eine Erlaubnis für die Nutzung des Stützpunkts für Russland – Anm. der Red.). Wir sind zu jeglicher Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Daesh bereit. Incirlik habe ich nur als Beispiel angeführt. Wir werden mit Russland kooperieren, eine Öffnung von Incirlik ist allerdings unmöglich“, so der Minister nach einer Regierungssitzung gegenüber Journalisten.

 

Auch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte bereits, dass es keine Gespräche zwischen Ankara und Moskau über eine mögliche Nutzung der türkischen Luftwaffenbasis durch Russland gegeben habe. Die Initiative bedürfe noch einer politischen sowie militärischen Analyse, so der Pressesprecher des russischen Präsidenten.

 

Experten zufolge würde eine russische Stationierung auf Incirlik einen geopolitischen Sieg Moskaus sowie einen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Russland und der Türkei bedeuten.

 

Die Luftwaffenbasis Incirlik befindet sich im Süden der Türkei. Derzeit sind dort Militärflugzeuge der internationalen Koalition stationiert, darunter der USA, Deutschlands, Großbritanninens, des Katars und Saudi-Arabiens.

 

Russlands Luftwaffe fliegt Angriffe gegen Daesh-Stellungen vom syrischen Militärstützpunkt Hmeimim aus.