Ex-ifo-Chef Sinn warnt: Sollte Deutschland das in der EU tun, ist es verloren, schreibt Focus.

 

Der frühere Chef des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat angesichts des Brexit deutlich gemacht, dass es seiner Meinung nach im deutschen Interesse sei, den Maastrichter Vertrag zu verändern, weil ansonsten die mediterranen Länder Frankreich, Italien und Spanien zu viel Macht erhielten.

 

„Wir müssen den Maastrichter Vertrag im Sinne einer Veränderung kündigen, damit die Entscheidungskriterien angepasst werden», erklärte der Star-Ökonom in der Sendung «Unter den Linden» im Fernsehsender Phoenix und fügte als Erklärung hinzu, dass mit dem Austritt Großbritanniens die bislang geltende Sperrminorität der freihandelsorientierten Länder dahin sei. «Das ist nicht mehr das Europa, mit dem Deutschland groß geworden ist, das können wir nicht akzeptieren», so Sinn weiter.

 

Mit dem Brexit gebe es eine verstärkte Entwicklung zu einer größeren Vergemeinschaftung von Schulden.

 

«Wenn wir diesen Trend durch die EZB, die tun und lassen kann, was sie will, so voranschreiten lassen, wird Europa im Streit sein Ziel der Vereinigung nicht erreichen», war Sinn überzeugt.

 

Gerade die französischen Wünsche nach einer europäischen Einlagensicherung seien unerfüllbar. «Wenn wir auf diese Wünsche eingehen, wenn Deutschland ein Anhängsel des mediterranen Raums mit all seinen Problemen wird, dann sind wir verloren», mahnte der Wirtschaftswissenschaftler. Bisher muss jedes Land selbst für die Einlagen bei seinen Banken garantieren.

 

 

Quelle: Focus