Kiew kann die bevorstehende Heizperiode nicht plangerecht überstehen, wie der Oberbürgermeister der Hauptstadt, Vitali Klitschko, am Mittwoch gegenüber dem TV-Sender NewsOne sagte. Die Wärmeversorgung in der Hauptstadt stehe kurz vorm Zusammenbruch.

 

„Obwohl für die Vorbereitung auf die Heizperiode eine Menge Geld ausgegeben wird, sind die Konten von 104 ukrainischen Energieunternehmen jetzt gesperrt worden. Es besteht ein großes Risiko, dass wir unvorbereitet in die Heizperiode gehen werden. Ein Missverständnis zwischen dem staatlichen Gasversorger Naftogaz und ukrainischen Energieunternehmen kann dazu führen, dass die Menschen ohne Heizung verbleiben werden“, so Klitschko.

 

Er teilte außerdem mit, dass die Stadtbehörden bereits die Regierung gebeten hätten, das Problem zu lösen.

 

Im Juni hatte der Staatliche Vollzugsdienst der Ukraine 21,3 Millionen Griwna (umgerechnet etwa 850.000 US-Dollar) vom Konto des Kiewer Energieunternehmens „Kiewenergo“ an Naftogaz umgebucht. Danach teilte „Kiewenergo“ mit, das Unternehmen befände sich wegen der Kontensperrung in kritischem Zustand. Insgesamt schulden ukrainische Energiebetriebe „Naftogaz“ rund 403 Millionen US-Dollar.

 

Wie ein Sprecher von „Kiewenergo“ mitteilte, werde der Wärme- und Stromhaushalt gegenwärtig überhaupt nicht auf den kommenden Winter vorbereitet. Zugleich seien die zur Beseitigung von Folgen möglicher Havarien an Heizungsrohren nötigen Vorräte praktisch erschöpft.

 

Das ukrainische Kabinett hatte zuvor auf Forderung des IWF hin die Binnenpreise für Gas auf das Marktniveau erhöht. Am 1. Mai wurden die Tarifermäßigungen für die Heizperiode abgeschafft. Der Gaspreis für die Bevölkerung und die Wärmeversorgungsbetriebe soll nun 6.879 Griwna (rund 270 US-Dollar) je 1.000 Kubikmeter betragen. Allein seit dem 1. Juli sind die Wärmetarife für die Bevölkerung auf das Doppelte angestiegen.