Der rumänische Hacker Marcel Lehel Lazar, alias Guccifer, der nach eigenem Geständnis den privaten E-Mail-Account von Hillary Clinton geknackt hatte, ist in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden worden, schreibt „Christian Times Newspaper“.
 

Nach Angaben des Blattes soll der Cyberangreifer Selbstmord begangen haben, und zwar zu dem Zeitpunkt, als die Ermittlungsbehörde FBI empfahl, kein Strafverfahren gegen die US-Präsidentschaftsbewerberin wegen Fahrlässigkeit bei der Benutzung des E-Mail-Dienstes in ihrer Amtszeit als Außenministerin einzuleiten.

 

Am selben Tag, dem 5. Juli, sagte FBI-Chef James Comey, die von ihm geleitete Behörde habe keine direkten Beweise dafür finden können, dass Ex-Außenministerin Clinton und ihre Kollegen eine Verletzung des Gesetzes über den Schutz vertraulicher Informationen geplant hatten. Comey räumte zugleich ein, dass „Feinde der USA in den persönlichen E-Mail-Server Clintons eingedrungen waren und Guccifer der Einzige ist, der ein Licht auf die Einzelheiten des Geschehens werfen kann“.

 

Im Jahr 2015 hatte sich herausgestellt, dass Clinton in ihrer Amtszeit als Außenministerin das föderale Gesetz verletzte, laut dem vertrauliche Informationen nur über ein geschütztes elektronisches System der Regierung übermittelt werden dürfen. Stattdessen verwendete Clinton ihr persönliches Postfach, das sich auf ihrem Server befand.

 

Wie der rumänische Hacker am 25. Mai aussagte, sei er problemlos in den E-Mail-Account von Clinton eingedrungen. Er verglich Clintons Server mit einer entfalteten Blume, die ihm einen leichten Zugang gewährt habe.

 

Der 44-jährige war an die USA ausgeliefert worden, nachdem die US-Geheimdienste ihn wegen Cyberangriffen auf E-Mail-Dienste US-amerikanischer Politiker, darunter auch von Clinton, verdächtigt hatten.

 

Vor seiner Auslieferung an die USA hatte Lazar in Rumänien eine siebenjährige Haftstrafe wegen Cyberangriffen auf Postfächer von Staatsbeamten und Politikern abgebüßt.