Polizeibeamte und Zivilisten in Dallas bringen sich in Deckung. Zeitgleich sind Schüsse zu hören. Gestern Abend haben zwei Scharfschützen das Feuer auf Polizeibeamte eröffnet, die wegen eines Protests gegen Polizeigewalt im Einsatz waren. Fünf der Beamten wurden im Feuerhagel getötet. Die beiden Scharfschützen konnten verhaftet werden. Über ihre Identität ist bislang nichts bekannt.

 

Bei Anti-Rassismus-Protesten am Donnerstag in Dallas sind mindestens vier Polizeibeamte getötet worden. Mehrere Heckenschützen hätten auf insgesamt elf Polizisten geschossen, so der Polizeichef von Dallas, David Brown. Wenigstens sieben Polizisten seien teils schwer verletzt worden.

 

Die Polizei suchte auch nach Sprengsätzen. Ein Verdächtiger hat dem Polizeichef zufolge angegeben, mehrere Bomben in der Stadt gelegt zu haben. Ein Verdächtiger wurde Brown zufolge festgenommen, ein zweiter hat sich gestellt.

 

Am Donnerstag hatten friedliche Proteste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze in Dallas und anderen US-Städten stattgefunden. Innerhalb von nur 48 Stunden zuvor waren zwei Afroamerikaner durch Polizisten zu Tode gekommen — in Minnesota und in Louisiana wurde jeweils ein Schwarzer bei Routineeinsätzen erschossen. In Falcon Heights (Minnesota) starb Philando Castile im Krankenhaus, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte. In Baton Rouge (Louisiana) hatten zwei Polizisten Alton Sterling auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.