Der Libanon ist an russischen Waffen für den Antiterrorkampf interessiert. Beirut bittet nun um die Lieferung von Panzerabwehrlenkwaffen „Kornet“, um Geschütze und T-72-Panzer. Auf Expertenebene werden noch Details abgestimmt, wie Libanons Botschafter in Russland, Shauki Bou Nassar, RIA Novosti mitteilte.

 

«Der Libanon braucht Waffen zur Bekämpfung der Terroristen, Beirut braucht besonders russische Panzerabwehrlenkwaffen ‚Kornet‘. Wir verhandeln immer noch mit der russischen Seite, um diese Waffen zu bekommen, das ist sehr wichtig. Auf Expertenebene werden die Details besprochen“, sagte der Botschafter.

 

Der Libanon habe „diese Raketen angefordert, aber auch Geschütze und T-72-Panzer“.

 

„Die russische Seite hat versprochen, die Panzersysteme zu modernisieren, denn der Libanon hat ebenso um Lieferung dieser Panzer sowie natürlich um Ausrüstung der Kanonen angefragt. Alles für den Kampf gegen den Terrorismus“, so der Diplomat.

 

Ihm zufolge befinden sich die Verhandlungen in „fortgeschrittenem Stadium“ und „der Libanon hofft, diese Waffen noch im Laufe des Jahres zu erhalten“.

 

„Soviel ich weiß, geht es gegenwärtig vor allem um die endgültige Preisvereinbarung, da sie (die russische Seite – Anm. d. Red.) versprochen hatte, die Anfrage des Libanons nach einer Preisminderung, aber ebenso zu Hubschraubern zu prüfen. Vor sechs oder sieben Jahren hatte Russland versprochen, dem Libanon acht bis neun Hubschrauber zu liefern. Bislang wurde das nicht verwirklicht“, merkte der Botschafter an.

 

Wie Nassar weiter mitteilte, werde aktuell aktiv erörtert, „wie diese Waffenlieferungen zu bezahlen sind, da es zuvor noch Teilkredite von Saudi-Arabien gegeben hatte, aber leider hat man die jetzt eingestellt“. Das verursache dem Libanon Probleme, weshalb nun intensiv nach Finanzierungsmöglichkeiten für diese Waffen gesucht würde.

 

„Ich denke, dass eine Delegation aus dem Libanon nach Russland kommen wird, um den entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen, oder umgekehrt, eine russische Delegation kommt nach Beirut. Bisher gibt es keinen konkreten Termin, daran wird noch gearbeitet“, bemerkte Nassar.

 

Die mobil einsetzbare russische Panzerabwehrlenkwaffe „Kornet“ (Nato-Bezeichnung AT-14 Spriggan) wurde für die Bekämpfung von Kampfpanzern vom Konstruktionsbüro für Gerätebau in Tula konzipiert und ist mit modernen Schutzmitteln ausgestattet.

 

Der russische T-72-Panzer ist ein Kampfpanzer, der seit 1972 gebaut wird. Er ist der gegenwärtig am meisten genutzte Kampfpanzer der Welt und wurde in großen Stückzahlen ins Ausland exportiert, darunter auch in Länder des Nahen Ostens.