Der Versuch der Nato, im Rahmen der Nato-Russland-Grundakte zu bleiben, würde eine gute Grundlage für einen Dialog sein, sagte Wolfgang Richter, Oberst a. D., im Interview mit Sputnik. Dort zog er Bilanz zu den Ergebnissen des Nato-Gipfels in Warschau.
 
Nach der Stationierung von vier Kampfbataillonen in Polen, Estland, Lettland und Litauen würde eine Regelung für Flüge eingerichtet werden müssen, um eine Eskalation zu vermeiden, betonte der Sicherheitsexperte.

 

„Ich hoffe das schon“, sagte Richter über die Möglichkeit eines breiten Dialogs zwischen Russland und der Nato.

 

Am 13. Juli wird in Brüssel der nächste Russland-Nato-Rat tagen. Als ein besonders positives Element bewertet der Experte den klaren Versuch auf Seiten der Nato, im Rahmen der Russland-Nato-Grundakte und seiner Prinzipien zu bleiben. Alle Seiten müssten ihre scharfe Rhetorik endlich zurückfahren und stattdessen über die Substanz der Dinge, die sie belasten, sprechen.

 

Richter teilt die Auffassung nicht, dass die Stationierung von vier Kampfbataillonen in Polen, Estland, Lettland und Litauen zu einer Eskalation des Konfliktes führen würde. Das sei keine Bedrohung für Russland. Wirklich gefährlich ist seiner Meinung nach die große Zahl an grenznahen Überflügen mit angeblichen Grenzverletzungen.

 

„Das sind die gefährlichen Flüge in großer Nähe zu den Schiffen im internationalen See- und Luftraum.“

 

Die Besorgnisse Russlands bezüglich der Stationierung der US-Raketenabwehrsysteme in Osteuropa sollten geklärt werden. Den Worten des Experten zufolge hat die Stationierung in Rumänien nicht die Qualität, die russische Schlagfähigkeit zu unterminieren.

 

„Wenn es daran Zweifel gibt, dann sollten wir über Transparenz sprechen, über den Austausch von Verbindungsoffizieren, über Datenaustausch. Am besten wäre es, die ständige Präsenz vor Ort zu haben, damit deutlich wird, es richtet sich nicht gegen Russland“, betonte Richter.