Auf dem Gelände Alabino bei Moskau haben am Dienstag Forschungsübungen zum Einsatz von Panzertechnik als Kampfroboter begonnen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.
 
Wie der Sprecher des Militärbezirks West, Oberst Igor Muginow, betonte, werden bei dem Manöver aussichtsreiche Wege der Kampfführung geübt, wobei ein einheitliches System der Steuerung des taktischen Kettenglieds eingesetzt wird. Die Teilnehmer des Manövers – mehr als 900 Soldaten und mehr als 100 Technikeinheiten – werden Aufgaben zur automatischen Zielzuweisung und Vernichtung üben. Bei der Lösung der Kampfaufgaben wird künstliche Intelligenz eingesetzt.

 

Das ist ein wichtiges Ereignis für die russische Armee, weil die Arbeiten in diesem Bereich seit mehr als 15 Jahren laufen. Das einheitliche Steuerungssystem, das als Bestandteil der so genannten netzwerkzentrierten Kriegsführung gilt, ist ein High-Tech-Instrument der Kampfführung, bei dem automatisierte Steuerung, Satelliten-Navigation, Drohnen-Aufklärung und digitales Funkwesen auf dem Kampffeld in ein System integriert sind. Dieses System wurde von den USA beispielsweise erfolgreich in den Kriegen und Konflikten in Ex-Jugoslawien, im Irak, Afghanistan, Libyen u.a. eingesetzt.

 

Über den Kampfeinsatz des einheitlichen Steuerungssystems in der russischen Armee wurde offiziell nie Auskunft gegeben. Die „Nesawissimaja Gaseta“ berichtete zuvor, dass die Implementierung dieses Systems mit Komplikationen erfolgte und einer der Anlässe für den Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Anatoli Serdjukow im Jahr 2012 und von Generalstabschef Nikolai Makarow war. Jetzt scheint sich die Lage verbessert zu haben. Russland, das Panzertechnik auf der Armata-Plattform entwickelt, deren Waffen im einheitlichen Steuerungssystem unter anderem als Kampfroboter eingesetzt werden, ist bereits der Marktführer in diesem Bereich.

 

Laut Vizepremier Dmitri Rogosin bleiben die westlichen Länder beim Panzerbau stark hinter Russland zurück – mindestens 15 bis 20 Jahre. Medien und Blogs berichteten Anfang dieses Jahres, dass die russische Militärgruppierung in Syrien aktiv Roboter-Technik und Elemente von netzwerk-zentrierten Typen der Kampfhandlung nutze. Zudem wurde berichtet, dass dank der Nutzung von effektiven technologischen Mitteln durch russische und syrische Militärs die Extremisten keinen einzigen T-90-Panzer vernichtet haben. Nicht ausgeschlossen ist, dass bei diesen Panzern die neuen Geräte des einheitlichen Steuerungssystems getestet wurden, darunter neue Radaranlagen, die geortete Ziele automatisch vernichteten.
 
Nach offen zugänglichen Angaben werden solche Elemente bei den neuesten Armata-Panzernserienmäßig eingesetzt. Der Panzer soll in Zukunft als Kampfroboter genutzt werden. Wie der Direktor des Werks Uralwagonsawod, Oleg Sijenko, mitteilte, wurden die Armata-Panzer bislang nicht unter Kampfbedingungen in Syrien getestet. Dabei sei nicht ausgeschlossen, dass sich die Situation ändere, dafür sei allerdings die Genehmigung des Verteidigungsministeriums erforderlich. Nach einigen Angaben wird der Armata-Panzer bereits aktiv auf dem Gelände Alabino und anderen experimentellen Geländen von Uralwagonsawod und des Verteidigungsministeriums getestet.